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Wichtigster Pulitzer für „Las Vegas Sun“

Riesen-Überraschung bei der Vergabe der renommierten Pulitzer-Preise für das Jahr 2008. Den wichtigsten Preis für "Public Service" erhielt die junge Reporterin Alexandra Berzon von der "Las Vegas Sun". Sie schrieb über 50 Geschichten über die hohe Todesrate unter Bauarbeitern im Wüsten-Spielerparadies Las Vegas. Ihre Berichte führten dazu, dass neue Sicherheitsbestimmungen eingeführt wurden. Die "New York Times" war mit fünf Pulitzer-Preisen das meist ausgezeichnete Medium.

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Besonders bemerkenswert: Die „New York Times“ erhielt den Pulitzer-Preis für die Enthüllung des Sex-Skandals um den US-Gouverneuer Eliot Spitzer explizit für ihre Online-Berichterstattung. Die Geschichte um die Verstrickungen Spitzers mit Prostituierten, die weltweit für Schlagzeilen sorgte, hatte ihren Ursprung auf der Website der „New York Times“.

Die „St. Petersburg Times“ erhielt den Pulitzer-Preis in der Kategorie National Reporting ebenfalls für ein Web-Projekt. Während des US-Präsidentschaftswahlkampfs stellte die Zeitung das Angebot „PolitiFact“ online, bei dem Reporter Aussagen der Kandidaten online überprüften. Es war das erste Mal in der Geschichte des Pulitzer-Preises, dass zwei Online-Angebote ausgezeichnet wurden, wenn auch als Ableger von klassischen Tageszeitungen.

Die größte Überraschung der Preisverleihung war aber der Hauptpreis in der Kategorie Public Service an die 29 Jahre alte Reporterin Alexandra Berzon der „Las Vegas Sun“. Sie sei selbst „total geschockt“ gewesen, als sie hörte, dass sie den Pulitzer bekommt. Innerhalb von 16 Monaten waren auf Casino-Baustellen in Las Vegas neun Bauarbeiter zu Tode gekommen, weil Sicherheitsmaßnahmen sträflich vernachlässigt wurden. Über ein Jahr lang deckte Berzon die Missstände in ihren Artikeln auf und erreichte, dass Sicherheitsbedingungen verschärft und besser überwacht werden. Die Artikelserie hat bereits eine Reihe von US-Journalistenpreisen gewonnen, der Pulitzer-Preis gilt aber weltweit als die Krönung für guten Journalismus.
Weitere Preisträger im Überblick:

David Barstow von der „New York Times“ in der Kategorie Investigative Reporting.

Bettina Roxall und Julie Cart von der „Los Angeles Times“ in der Kategorie „Explanatory Reporting“.

Ryan Gabrielson und Paul Giblin von der „East Valley Tribune“ und die Belegschaft der „Detroit Free Press“ in der Kategorie Local Reporting.
Die „New York Times“-Belegschaft in der Kategorie International Reporting.

Lane DeGregory von der „St. Petersburg Times“ in der Kategorie Feature Writing.

Eugene Robinson von der „Washington Post“ in der Kategorie Commentary.

Holland Cutter von der „New York Times“ in der Kategorie Criticism.

Mark Mahoney von „The Post-Star“ in der Kategorie Editorial Writing.

Steve Breen von der „San Diego Union-Tribune“ in der Kategorie Editorial Cartooning.

Patrick Farrell vom „Miami Herald“ in der Kategorie Breaking News Photography.

Damon Winter von der „New York Times“ in der Kategorie Feature Photography.

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