Mehr Gewinn: Google trotzt der Krise

Spannung pur an der Wall Street: Gebannt wie selten erwarteten Anleger das jüngste Zahlenwerk des Internetgiganten Google. Und Anteilseigner wurden nicht enttäuscht: Gewinne und Umsätze konnten im Vergleich zum Vorjahr noch einmal leicht gesteigert. Im Vergleich zum Vorquartal musste jedoch auch Google der Finanzkrise Tribut zollen: Die Erlöse gaben leicht um drei Prozent nach. Die Börse hatte indes Schlimmeres erwartet und schickte die Google-Aktie nachbörslich leicht nach oben.

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Showdown in New York nach Handelsschluss: Als erster großer Internetkonzern legte Google gestern Abend amerikanischer Zeit seine Geschäftsdaten für das abgelaufene Quartal vor. Angesichts der zum Teil der drastischen Verwerfungen im Zuge der weltweiten Finanzmarktkrise, die besonders die werbetreibende Wirtschaft in Mitleidenschaft gezogen hat, hatten Marktbeobachter mit eher enttäuschenden Geschäftsergebnissen gerechnet. „Betet für den Aufwärtstrend“, gab der frühere Internetaktienanalyst Henry Blodget Anlegern mit auf den Weg.

Die Wünsche gingen in Erfüllung – zum Teil. Googles Bilanz für das Ende März abgelaufene erste Quartal konnte sich nämlich auf den ersten Blick durchaus sehen lassen: Bei Umsätzen von 5,51 Milliarden Dollar fuhr die weltgrößte Internetsuchmaschine vor Sonderposten stolze 1,42 Milliarden Dollar oder 5,16 Dollar je Aktie ein – im Vorjahr hatte Google noch 1,31 Milliarden Dollar oder 4,84 Dollar je Anteilsschein verdient.

Google übertrifft die Markterwartungen

Der Großteil der Wall Street-Schätzungen konnte damit übertroffen werden: Der Durchschnitt der von Thomson Reuters befragten Analysten hatte nur mit einem Gewinn von 4,93 Dollar je Aktie gerechnet. Auch nach Sonderposten lag Google deutlich über den Konsensschätzungen: Statt der prognostizierten 4,17 Dollar verdiente Google 4,49 Dollar.

Dennoch kamen die jüngsten Unternehmensdaten nicht ganz ohne Makel daher. Im Vergleich zum Vorquartal nämlich musste Google dann doch leichte Einbußen eingestehen: Während die Umsätze im Jahresvergleich noch um 6 Prozent stiegen, gaben sie im Vergleich zum Vorquartal erstmals nach – wenn auch nur marginal um 3 Prozent.  

„Ergebnisse unterstreichen die Widerstandsfähigkeit unseres Geschäftsmodells“

„Angesichts der tiefen Rezession hatte Google ein gutes Quartal“, ordnete CEO Eric Schmidt das Zahlenwerk ein. „Die Ergebnisse unterstreichen die Widerstandsfähigkeit unseres Geschäftsmodells und das nachhaltige Potenzial des Internets, das weiter an Nutzern und Werbekunden wächst“, freut sich der 53-jährige Vorstandsvorsitzende von Google.

Während der wertvollste Internetkonzern der Welt traditionell nie einen Ausblick abgibt, wollte Schmidt Aktionären und Analysten zumindest soviel mit auf den Weg geben: „Unsere Priorität besteht weiter darin, langfristig zu investieren, um das Wachstum in unserem Kern- und aufstrebenden Geschäft sicherzustellen“.

Aktionäre goutierten die Bilanz des ersten Quartals und die Einschätzungen zum laufenden Geschäft mit moderaten Kursaufschlägen von rund 1,5 Prozent auf 395 Dollar. Nach Bekanntgabe des Ergebnisses war die Google-Aktie zunächst schnell auf über 400 Dollar geschossen.

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