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Premiere plant Personalabbau

Umbau in der Krise: Erst gestern hat die Bafin ein Verfahren wegen des Verdachts auf Insiderhandel und Marktmanipulation gegen die Premiere AG eingeleitet. Jetzt plant der Pay-TV-Sender einen weitreichenden Personalabbau. Wie der Branchendienst W&V berichtet, wird Premiere-Chef Mark Williams zumindest Stellen in Zentralredaktion und Kommunikation abbauen. Bis Jahresmitte solle die Grundrenovierung des maroden Bezahlsenders abgeschlossen sein und der Relaunch kommen.

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Der vom Gesellschafter News Corp. eingesetzte CEO Mark Williams, der zuvor bei Sky Italia arbeitete, treibt den Unternehmensumbau mit Hochdruck voran. Wieviele Arbeitsplätze gestrichen werden und welche Abteilungen betroffen sind, steht im Detail noch nicht fest. Wenn es nach den Plänen der Boston Consulting Group geht, die die Premiere AG bei ihrer Sanierung berät, sollen aber andere Unternehmensbereiche personell aufgestockt werden. Dazu gehören Marketing und Sales.

Seit seinem Amtsantritt im Herbst 2008 hat Williams mit radikalen Schnitten in der Branche für Aufsehen gesorgt. Der Murdoch-Mann korrigierte nicht nur die der Gewinnerwartung nach unten und bewertete den Abonnentenstamm neu, sonder installierte auch ein neues Führungsteam. Geht der Umbau planmäßig weiter, soll die Premiere AG bis zum Juli mit einem neuen Preissystem und einem geändertem Programmschema als neue Marke relaunchen. Premiere könnte dann unter dem Namen „Sky“ firmieren, der bereits für die Murdoch-Sender in Italien und Großbritannien steht.

Unterdessen droht dem Bezahlsender ein teures Verfahren wegen des Verdachts auf Insiderhandel und Marktmanipulation. Weil Premiere anscheinend seine Kundenzahlen frisiert hat, leitete die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) am Mittwoch eine förmliche Untersuchung ein. Wie Finanzen.net berichtet drohen dem Sender günstigstenfalls eine Ordnungsstrafe von 1 Million Euro. Sollte sich der Verdacht auf eine Straftat bestätigen, werde die Staatsanwaltschaft eingeschaltet.

Als Anlass für die formelle Untersuchung des Falls nannte eine Sprecherin gegenüber der „FTD“ eine Ad-Hoc-Mitteilung des Bezahlsenders vom vergangenen Oktober. Premiere hatte damals darüber informiert, dass die Kundenzahl um rund 20 Prozent unter vorherigen Angaben liegt. Das frühere Management hatte Abozahlen von mehr als drei Millionen genannt, tatsächlich waren es nur rund 2,4 Millionen. Die Aktien verloren daraufhin um die Hälfte des Wertes.

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