„Nido“: Lifestyle für die ganze Familie

Neues aus der „Neon“-Schmiede: Chefredakteur Timm Klotzek startet ein Magazin für junge Eltern. „Nido“ verspricht „Lebensgefühl-Journalismus“ für Paare mit kleinen Kindern. „Unser Ansatz ist ganz klar elternzentriert und nicht kinderzentriert“, sagt Klotzek im Gespräch mit MEEDIA. Tatsächlich macht ein erster Blick in die Pilot-Ausgabe den Eindruck einer auf Hochglanz getunten Eltern-Zeitschrift. Im Mittelpunkt stehen alle Facetten des familiären Zusammenlebens.

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„Nido bedeutet auf italienisch und spanisch Nest“, klärt Klotzek über den Namen des neuen Magazins auf. Und darum geht es auch: die Kernfamilie. Dabei will der Chefredakteur vermeiden, seine Leser auf ein Mutter- oder Vater-Dasein zu reduzieren, „dessen geistiger Horizont über die Auswahl der richtigen Wundcreme nicht hinausreicht“. Erfahrungsberichte schildern, wie guter Sex trotz Kind gelingen kann, ob man mit Kind und Kegel große Weltreisen unternehmen kann, den Ablauf der Adoption eines kolumbianischen Jungen oder wie Kindererziehung in Ghana funktioniert.

Für die Erstausgabe wurde eine Reihe namhafter Autoren eingekauft. Stern-Chefredaktionsmitglied Hans-Ulrich Jörges beschreibt den Zusammenhang von steuerreduziertem Hundefutter und überteuertem Spielzeug, Mareen Linnartz spricht mit dem ehemaligen Sponti Daniel Cohn-Bendit über die Irrwege der 68er-Bewegung und die tyrannische Konsumgesellschaft und der Kabarettist Gerhard Polt steuert eine böse Satire auf allzu ehrgeizige Eltern bei. Unterteilt ist das Magazin in die Rubriken „Gesellschaft“, „Psychologie“, „Reise & Kochen“, „Wirtschaft & Geld“ sowie „Mode & Produkte“.

Der Schwerpunkt liegt auf den veränderten Lebensumständen mit der Gründung einer Familie. „Doch das muss ja nicht bedeuten, dass wir unseren ursprünglichen Humor, unser Interesse an Mode, Popkultur und Gesellschaftspolitik, Karriere und geschmackvollem Wohnen gänzlich aufgeben“, so „Nido“-Chefredakteur Timm Klotzek, „wir sehen die Dinge jetzt eben aus einer anderen Perspektive.“

Diese ist in „Nido“ vor allem epischer Natur. Themen, die sonst auch gerne in Eltern-Ratgebern auftauchen, werden in dem neuen „Stern“-Titel in schön erzählten Erfahrungsberichten aufbereitet. Die pointengespickte Sex-Geschichte schildert zum Beispiel, welche Probleme junge Eltern haben, weiterhin eine erotische Beziehung zum Partner aufrecht zu erhalten. Auch die Reise-Geschichte ist spannend im Reportage-Stil erzählt. Und dieser Stil wird anhand der optischen Darstellung noch einmal unterstrichen.

Das Titelthema „Guter Sex trotz Kind“ ist mit warmen überbelichteten Fotos bebildert, auf den Fotos zur Geschichte über ghanaische Erziehungsmethoden haben alle Kinder einen wunderbar ebenen Teint, und auch die Weltreise eines Fotografenpaars mit Kleinkind ist traumhaft schön in Bildern eingefangen. Angesichts dieser Aufmachung und dieser Themen wird die Zielgruppe schnell klar: Junge, genussorientierte und vor allem gutbetuchte Eltern.

Der dazugehörige Online-Auftritt beschränkt sich vorerst auf vertiefenden Service, die Hörbuchversion der „Nido“-Vorlesegeschichte und zusätzliche Fotos und Videos zu Geschichten im Heft. Ob ein interaktives Portal wie bei Schwestern-Titel „Neon“ aufgebaut wird, hängt wohl von dem Erfolg des Print-Titels ab.

Die Vermarkter versprechen sich von der Zielgruppe offenbar einiges. „Als wir im Herbst und Frühjahr ‚Nido‘ den Mediaagenturen vorgestellt haben, erlebten wir überall große Zustimmung. Selten mussten wir so wenig Überzeugungsarbeit leisten“, erklärt André Freiheit von der „Stern“-Anzeigenleitung.

In der Tat finden sich 25 Anzeigenseiten im Heft – angeblich vollpreisig. Nur eine davon ist Eigenwerbung. Das Heft startet mit einer Auflage von 200.000 Exemplaren zu einem Copypreis von 3,90 Euro. Eine zweite Test-Ausgabe wird im Oktober folgen. Bei entsprechender Resonanz wird eine monatliche Erscheinungsweise angestrebt.

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