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Werbeumsätze immer tiefer im Minus

Der März war für die deutschen Medien ein Katastrophen-Monat. Laut der neuesten Zahlen von Nielsen Media Research haben allein die Publikumszeitschriften im März rund 16% weniger mit Werbung umgesetzt als im Vorjahresmonat. Der Umsatzrückgang für das erste Quartal beträgt damit nun 14,4%. Auch das Fernsehen rutscht mit minus 2,7% immer tiefer in die Krise, im Kino wurden sogar über 40% weniger mit Werbung umgesetzt als im ersten Quartal 2008.

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Kein Wunder, dass die Kinobranche angesichts solcher Horrorzahlen schon offen diskutiert, ganz einfach die Eintrittspreise leicht zu erhöhen und dafür ganz auf Werbung zu verzichten. Dem Kinofan könnte man die teureren Tickets perfekt mit dem größeren Filmvergnügen ohne lästige Reklame verkaufen. In der Branche der Publikumszeitschriftenverlage wären solche Überlegungen natürlich absurd, viel zu teuer würden die meisten Zeitschriften ohne Werbung werden. Die heftig zweistelligen Minuszahlen dürften den Verlagsmanagern aber dennoch Tränen in die Augen treiben.

Die tatsächlichen Umsatz-Einbußen dürften sogar noch höher sein. So handelt es sich bei den von Nieslen errechneten Werbeumsätzen um Brutto-Zahlen. Eventuelle Rabatte werden nicht beachtet. Gerade in Zeiten, in denen das Geschäft mies läuft und die Verlage und Sender um jeden Kunden kämpfen müssen, dürften diese Rabatte besonders hoch sein. Zudem werden Austauschgeschäfte nicht mit einberechnet. Die Nielsen-Zahlen sollten also nicht als absolute Wahrheit angesehen werden, sondern lediglich als Indiz für die Entwicklung im Werbemarkt.

Tabelle: Nielsen Media Reaearch

Die beiden einzigen Branchen der Above-the-Line-Medien, die sich noch im Plus befinden, sind die Tageszeitungen mit einem Wachstum von 6,4% und der Hörfunk mit einem Plus von 10,0%. Auch hier schrumpften die Zahlen aber gegenüber den ersten beiden Monaten zusammen. So lag das Wachstum nach dem Februar noch bei 11,7% bzw. 14,1%. Bei den Zeitungen werden zudem die Rubriken-Anzeigen, also Stellen-, Wohnungs- oder KFZ-Anzeigen nicht miteinberechnet. Doch gerade hier wird bei den Zeitungsverlagen das meiste Geld verdient. Eventuelle Einbrüche in diesen Rubrikenanzeigen sind aus den Nielsen-Zahlen also nicht herauszulesen.

Für das Werbemedium Internet weist Nielsen Media Research derzeit ein Plus von 15,1% aus. Rund 350 Mio. Brutto-Werbe-Umsatz sind demnach im ersten Quartal in das Netz geflossen. Nur mit Zeitungen, Publikumszeitschriften und dem Fernsehen wird noch mehr Geld mit Werbung umgesetzt. Wegen des unüberschaubaren und nicht wirklich messbaren Werbemarkts im Internet sind insbesondere diese Internet-Zahlen aber mit Vorsicht zu genießen. Die tatsächlichen Werbegelder, die ins Netz fließen, dürften schon wesentlich höher sein.

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