eBay will Skype 2010 an die Börse bringen

3-2-1: IPO! Das weltgrößte Online-Auktionshaus eBay gab heute Nacht bekannt, seine Internet-Telefonie-Tochter Skype im nächsten Jahr an die Börse bringen zu wollen. Damit bestätigen sich die seit Monaten kursierenden Trennungsgerüchte, denen zufolge eBay nach einem Käufer gesucht oder erwogen habe, Skype wieder an seine Gründer zu veräußern. Mit dem Börsengang lässt sich eBay nun alle Optionen offen – und macht zugleich deutlich, dass es mit einer nachhaltigen konjunkturellen Erholung rechnet.

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3-2-1: IPO! Das weltgrößte Online-Auktionshaus eBay gab heute Nacht bekannt, seine Internet-Telefonie-Tochter Skype im nächsten Jahr an die Börse bringen zu wollen. Damit bestätigen sich die seit Monaten kursierenden Trennungsgerüchte, denen zufolge eBay nach einem Käufer gesucht oder erwogen habe, Skype wieder an seine Gründer zu veräußern. Mit dem Börsengang lässt sich eBay nun alle Optionen offen – und macht zugleich deutlich, dass es mit einer nachhaltigen konjunkturellen Erholung rechnet.    

Paukenschlag nach Handelsschluss an der Wall Street: Mitten in der tiefen Finanzmarktkrise der vergangenen Monate signalisiert Dot.com-Veteran eBay, dass er mit einem nachhaltigen wirtschaftlichen Aufschwung im nächsten Jahr rechnet. Im wirtschaftlichen Umfeld dieser Tage dürfte eBays soeben verkündetes Vorhaben nämlich nur schwer zu realisieren sein: ein milliardenschwerer Börsengang (Initial Public Offering – kurz: IPO) der Internet-Telefonie-Tochter Skype.

„Skype ist ein großartiges eigenständiges Unternehmen mit starken Fundamentaldaten und einem sich beschleunigenden Wachstum“, erklärte eBay-CEO John Donahoe nach Handelsschluss. „Auf der anderen Seite ist klar, dass die Synergieeffekte zu eBay und PayPal begrenzt sind“, gestand Donahoe ein. „Daher glauben wir, dass Skype als eigenständiges, börsennotiertes Unternehmen sein Potenzial besser entfalten kann. „

Spült der Börsengang wieder eBays Kaufpreis in die Kassen?

Geschehen soll das bereits im Halbjahr 2010, ließ eBay durchblicken. Tatsächlich lassen die Fundamentaldaten schon jetzt auf Marktreife schließen. Im abgelaufenen Geschäftsjahr konnten die Erlöse um beachtliche 44 Prozent auf 551 Millionen Dollar gesteigert werden – bis 2011 soll bei den Umsätzen die Milliardengrenze fallen.

JP Morgan-Analyst Imran Khan wagt unterdessen bereits eine Prognose für das IPO-Jahr: So soll 2010 bei Umsätzen von 740 Millionen Dollar ein Gewinn vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (EBITDA) von immerhin 156 Millionen Dollar anfallen.

Gemessen an den gängigen Multiplen, die an der Börse im gegenwärtigen Marktumfeld für Wachstumswerte aus dem Technologie- und Internetsektor bewilligt werden, rechnet Khan mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 10 bis 20 – und damit einhergehend mit IPO-Erlösen zwischen 1,6 und 3,1 Milliarden Dollar.

Skype-Trennung: „Nachhaltiger Shareholder-Value für unsere Anteilseigner“

Damit hätte eBay sogar die Chance, den hohen Kaufpreis von eben jenen 3,1 Milliarden Dollar aus dem Herbst 2005 wieder einzunehmen. Vor zwei Jahren hatte der Dot.com-Pionier noch eine milliardenschwere Wertberichtigung durchführen müssen.
 
Auch für eBay selbst sieht Donahoe neben den Mittelzuflüssen Vorteile aus der Abspaltung: „Durch die Trennung von Skype konzentriert sich eBay wieder ganz auf das Kerngeschäft – nämlich die beiden Wachstumstreiber E-Commerce und Online-Bezahldienste – und kann seinen Anteilseignern damit nachhaltigen Shareholder-Value bieten“, pries der CEO die Abspaltung an.    

Skype-IPO als Weckruf für die Internetbranche?

Das Timing dafür könnte durchaus aufgehen: Seit Wochen mehren sich die Zeichen, dass die enormen Rettungsmaßnahmen der Politik im Zuge der Finanzmarktkrise erste Früchte tragen – maßgebliche volkswirtschaftliche Frühindikatoren, aber auch die jüngsten Unternehmensbilanzen nähren die Hoffnung auf ein nahendes Ende der Krise.

Darauf scheint auch Facebook zu wetten: Das Social Network soll Gerüchten – und der Stellungsbeschreibung für ihren CFO – zufolge ebenso an einem Börsengang interessiert sein. Als Zeitraum dafür spekulieren Marktexperten ebenfalls mit 2010.

Es wäre nicht das erste Mal, dass Internet-Unternehmen den brachliegenden Markt für Neuemissionen aus dem Tal der Tränen führen. Im Sommer 2004 beendete Google mit seinem milliardenschweren IPO die Dürrephase am Emissionsmarkt. Auf einen ähnlichen Weckruf scheint die Dot.com-Branche nun durch Skype und Facebook zu hoffen.

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