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Dreht der Wind an den Aktienmärkten?

Seit mehr als fünf Wochen haussieren die Kurse an den Weltbörsen. Ganz vorne dabei: Medien-, Internet- und Technologieaktien. Ab dieser Woche muss sich die Branche jedoch dem Realitätscheck stellen, denn die turnusmäßige Quartalssaison steht vor der Tür. Die Crème de la Crème Corporate Americas muss bei Vorlage der Geschäftsdaten für die abgelaufenen drei Monate Farbe bekennen – Google macht am Donnerstag den Auftakt. Kann sich die Erholung dank positiver Überraschungen fortsetzen?

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Seit mehr als fünf Wochen haussieren die Kurse an den Weltbörsen. Ganz vorne dabei: Medien-, Internet- und Technologieaktien. Ab dieser Woche muss sich die Branche jedoch dem Realitätscheck stellen, denn die turnusmäßige Quartalssaison steht vor der Tür. Die Crème de la Crème Corporate Americas muss bei Vorlage der Geschäftsdaten für die abgelaufenen drei Monate Farbe bekennen – Google macht am Donnerstag den Auftakt. Kann sich die Erholung dank positiver Überraschungen fortsetzen?
Es ist ein Frühlingserwachen im Wortsinne: Nicht nur das Klima hat sich schlagartig gewandelt – auch die Notierungen an den Weltbörsen blühen plötzlich regelrecht auf.  Seit Wochen kennen die Kurse nur eine Richtung – steil nach oben. Und das mitten in der tiefsten Rezession der letzten Jahrzehnte.

Die Erholung liegt der Hoffnung zugrunde, dass der atemberaubende Ausverkauf des vergangenen halben Jahres zu schnell, zu weit gelaufen ist. „Der Gezeiten wechseln“, erklärt der US-Börsenexperte James Cramer („CNBC“). „Die Dinge sehen einfach nicht mehr so schlecht aus.“

US-Quartalssaison: In den nächsten Tagen präsentieren Medien- und Tech-Konzerne ihre Bilanz   

Das unterstrichen auch die jüngst vorgelegten Unternehmensbilanzen, wie von Wells Fargo und Goldman Sachs aus dem Bankensektor. Aber auch aus dem Technologiesektor wurden gerade erst positive Impulse vermeldet: Nach zwei Quartalen der Gewinnwarnungen überbot der Smartphone-Hersteller Research in Motion (Blackberry) vorvergangene Woche mit starken Unternehmensdaten erstmals seit einem halben Jahr wieder die Konsensschätzungen und hob sogar den Ausblick an.

Analysten und Anleger mutmaßen nun, ob weitere positive Meldungen aus dem Technologiesektor zu erwarten seien – schließlich gilt die Wachstumsbranche als am krisenresistentesten. So hoben dann auch die Analysten von Credit Suisse das Rating für Technologieschwergewicht Apple am Freitag erstmals seit Beginn der Finanzkrise wieder an. „Outperform“ lautet das Urteil der Schweizer Volkswirte nun – das Kursziel wurde von 120 auf 133 Dollar angehoben. Allein seit Jahresbeginn legt die Apple-Aktie bereits um 40 Prozent zu.  

Apple, Google & Co legen in den nächsten Tagen ihr Zahlenwerk vor

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Ob die positive Unterstellung gerechtfertigt ist, können Anleger am nächsten Mittwoch vergleichen, wenn das Kultunternehmen aus Cupertino nach Handelsschluss sein neues Zahlenwerk vorstellt. Bereits diese Woche stellt sich das bei weitem höchst bewerte Internetunternehmen seinen Anteilseignern. 

Am Donnerstag nach Handelsschluss wird Google den Zahlenreigen für das abgelaufene erste Quartal eröffnen – Analysten rechnen erneut mit steigenden Umsätzen und Gewinnen. So prognostizieren die von Thomson Reuters befragten Analysten im Schnitt einen Gewinn von 4,92 Dollar je Aktie – im Vorjahr wurden 4,84 Dollar  je Anteilsschein verdient. Die Umsätze sollen sogar zweistellig auf 4,08 Milliarden steigen, glauben Analysten.

Auch Amazon, eBay, Yahoo legen in den nächsten Tagen ihr Zahlenwerk vor

Auch bei Amazon stimmt das Momentum. Die Aktie zählt mit einem Kursplus von 54 Prozent zu den absoluten Überfliegern des Börsenjahres – und das, obwohl Analysten nächsten Donnerstag sogar mit leicht rückläufigen Gewinnen (0,31 vs 0,34 Dollar im Vergleichszeitraum rechnen. Der wird bei eBay und Yahoo bereits fest einkalkuliert.

Auch bei Medienaktien rechnen Anteilseigner durchgehend mit nachgebenden Gewinnen. Dennoch konnten die Aktien von Disney und News Corp. in den letzten Wochen zwischen 20 und 40 Prozent zulegen.  „Wenn der Markt realisiert, dass die Ergebnisse des ersten Quartals unter den Schätzungen liegen, wird die jüngste Rallye wohl gegen einen Widerstand laufen“, glaubt etwa Sanford C. Bernstein-Analyst Michael Nathanson. Fällt der Ausblick indes besser aus als erwartet, erscheint auch das Gegenteil, nämlich eine Fortsetzung der Rallye, nicht abwegig. Schließlich geht es an der Börse genau darum: Entscheidend ist das Überraschungsmoment – das positive.

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