Beklaut Google Verlage und Medienhäuser?

Die US-Osterdiskussion 2009 lautet: Ist Google schlecht oder gut für News-Seiten? Nicolas Carr und Scott Karp glauben, dass die Suchmaschine mittlerweile eine Art Zwischenhändler ist, der die Preise bestimmt und als einziger verdient. Techcrunchs Eric Schonfeld widerspricht: Die Online-Medien mit den besten Inhalten bekommen erst durch Google mehr Traffic, um so zu einem höheren Preis Werbung zu verkaufen. Währenddessen schafft Google Fakten und verkündet eine neue Kooperation mit Universal.

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Die US-Osterdiskussion 2009 lautet: Ist Google schlecht oder gut für News-Seiten? Nicolas Carr und Scott Karp glauben, dass die Suchmaschine mittlerweile eine Art Zwischenhändler ist, der die Preise bestimmt und als einziger verdient. Techcrunchs Eric Schonfeld widerspricht: Die Online-Medien mit den besten Inhalten bekommen erst durch Google mehr Traffic, um so zu einem höheren Preis Werbung zu verkaufen. Währenddessen schafft Google Fakten und verkündet eine neue Kooperation mit Universal.  
Ausgangspunkt der Diskussion ist – wie so oft – Nicolas Carr. In seinem Blog Routhype analysiert der Autor und Journalist das Verhältnis der meisten News-Medien mit der Suchmaschine. Seine Schlussfolgerung: Google tritt als Zwischenhändler oder – wie er schreibt – „Middleman“ auf. „Immer wenn ein Middleman einen Markt kontrolliert, haben die Zulieferer keine andere reale Chance, als mit dem Middleman zu arbeiten – solange es der Middleman den Zulieferern noch erlaubt, Geld zu verdienen.“
Scott Karp erweitert nun die Diskussion mit seinem Text „How Google Stole Control Over Content Distributions By Stealing Links“. Karp sagt, dass Google nicht den Content der Nachrichtenseiten klaue. Vielmehr stehle die Web-Company die Kontrolle über den Vertrieb, der immer schon der Motor der Medien-Profite gewesen ist.

Googles-Erfolgsgeheimnis liegt für Karp in der Fähigkeit, sagen zu können, welche Inhalte relevant und vertrauenswürdig sind: „Die große Ironie der Web-Content-Ökonomie ist, dass Google selbst gar keine Ahnung hat, welcher Content gut und welcher schlecht ist. Google kann nur deshalb relevante Ergebnisse liefern, weil es Hilfe bekommt.“ Erst durch die Verlinkungen anderer Seiten kann die Suchmaschine erkennen, dass Inhalte potentiell wichtig sind. „Was Google von jeder Seite klaut, sind also nicht die Inhalte, sondern die Links.”

Eric Schonfeld wiederspricht Karp und Carr. In seinem Posting „Does Google Really Control The News?” weist der Techcrunch-Blogger erst einmal auf den Fakt hin, dass Google News gar nicht die größte US-Nachrichten-Plattform sei. Yahoo News, aber auch die Online-Angebote der „New York Times“ haben laut ComSore weit mehr Unique Visitors.
Schonfeld sagt: „Google kontrolliert nicht die Nachrichten, sondern macht sie sichtbar. Die Zwischenhändler-Analogie ist deshalb falsch.“ Denn die Werbe-Einnahmen, die Google über seine Suchmaschine erzielt, fehlen nicht logischerweise den Nachrichtenangeboten. Ohne Google würden sie höchst wahrscheinlich in andere Online-Angebote (E-Commerce, Social Networks) fließen. 
In allen drei Texten steckt jedoch derselbe Lösungsansatz. Der einzige Ausweg für Nachrichtenseiten ist es, relevante und einzigartig gute News und Analysen zu produzieren. Nur so lässt sich Gewährleisten, dass Google genügend Traffic schickt und das die Leser, die einmal über Suchmaschinen kamen, von nun an selbstständig wiederkommen. Denn der beste Weg aus dem Dilemma liegt für die Nachrichtenangebote darin, dafür zu sorgen, dass die Leser das Gefühl haben, jeden Tag auf ihrem Angebot vorbei surfen zu müssen, weil man sonst etwas verpassen würde. In Deutschland gelang Spiegel Online beispielsweise dieses Kunststück.
Was macht jedoch Google während dieser Diskussion? Eric Schmidt und seine Jungs schließen weitere Content-Partnerschaften mit alten Medienunternhmen ab. Neuester Coup: Zusammen mit Universal Music will YouTube die neue Clip-Plattform Vevo.com starten.

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