„Zeit“-Chef warnt Zeitungsverlage

Giovanni di Lorenzo, Chefredakteur der "Zeit", hat vor den Folgen einer zu starken Konzentration auf Online in deutschen Zeitungsverlagen gewarnt. Im Interview mit dem "Weser-Kurier" sagte er, dass die Debatte über das Ende der gedruckten Zeitung riskante Züge angenommen habe.

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„Niemand von uns verschließt sich ja der Bedeutung des Online-Journalismus“, sagte Di Lorenzo, „nur: Unser eigenes Medium schlechtzumachen, für das die Leser viel Geld bezahlen, das grenzt gerade in den letzten Jahren an Selbstverstümmelung.“

Außerdem kritisierte der „Zeit“-Chefredakteur den Trend bei den Regionalzeitungen, „bis zur Verwechselbarkeit“ zu modernisieren: „Ich finde es gibt eine ganze Reihe Regionalzeitungen, die man inzwischen kaum auseinander halten kann.“

Die Ursachen für die Missstände sieht Di Lorenzo darin, dass Geschäftsführer und Verleger die Ansprüche ihrer Leser falsch einschätzten: Die Entwicklung der „Zeit“ zeige, dass es sich „vielleicht doch lohnt“ auf Qualität zu setzen.

Die Wochenzeitung hat zum ersten Mal in ihrer Geschichte zwei Quartale nacheinander mehr als eine halbe Million Exemplare verkauft.

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