Moneywatch.com: Die Krise im Blick

Es ist so weit: Nach monatelanger Planung hat der US-Fernsehriese CBS tatsächlich Ernst gemacht und sein lang angekündigtes Finanzportal gestartet. Moneywatch.com heißt das neue Web-Angebot, in dessen Zentrum Bewegtbilder stehen. Inhaltlich spielt nicht so sehr die Börse, sondern weichere Finanzthemen wie Altersvorsorge, Karriere, Wirtschaft und Politik eine Rolle. Zum Start kann Moneywatch.com zahlreiche Partnerschaften wie mit LinkedIn oder MorningStar präsentieren.

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Der Name ist kein Tippfehler: 11 Jahre nach dem Launch von CBS‘ Finanzportal Marketwatch, das zu einem der reichweitenstärksten und meist beachteten Angebote der Branche aufsteigen und dann an Dow Jones verkauft werden sollte, schickt der US-Fernsehriese ein neues Finanzangebot ins Web – Moneywatch.com.

Der kleine, aber feine Unterschied wird tatsächlich schnell klar: Während Marketwatch als reinrassiges Börsenportal den aktiven Anleger mit Informationen bedient, steht bei Moneywatch.com der an Personal Finance-Inhalten interessierte Leser im Vordergrund. Also: Themen aus den Bereichen der Altersvorsorge, Karriere, Wirtschaft und Politik statt der x-te Marktbericht von der Wall Street.

Finanzinformation zum Ansehen: Im Zentrum stehen Videos

So bleibt die Börse ziemlich außen vor, wenn auch manchmal eher ungewollt: Eine halbe Stunde nach Handelseröffnung war im Aufmacher-Text noch die Zusammenfassung des gestrigen Handelstages zu lesen und der Hinweis, dass „Amerikaner in der Rezession mehr kalifornischen Wein in kostengünstigeren Flaschen trinken“. Was folgt, ist jedoch kein geschriebener, sondern ein Bewegtbild-Beitrag („In a Down Market, Bottoms Up for Calif. Wine„).

Damit ist das eigentliche Konzept von Moneywatch.com erklärt: Der Name ist Programm – und zwar auch im Sinne des Formats. Moneywatch.com: Das sind Finanzinformationen zum Ansehen: Im Zentrum stehen Video-Beiträge. Damit macht ein Finanzportal die immer beliebteren Web-Videos, die auch bei Konkurrenten wie dem börsengelisteten Angebot von TheStreet.com längst eine größere Rolle spielen, erstmals zum Schwerpunkt seines Angebots.

Hoher Anspruch: „Bei Moneywatch neue Kontrolle über Ihre Finanzen finden“

 
Leider jedoch zum Start von fragwürdiger Qualität. „Schlafen Sie sich nach oben„, lautet ein anderer Video-Beitrag, der versucht, mit dem anrüchigen Klischee zu spielen. Dabei geht es um etwas ganz anderes – nämlich: ziemlich Banales.  „Sie sorgen sich um ihren Job. Sie arbeiten noch härter. Und sie sorgen sich um Ihre Verluste am Aktienmarkt“,  bringt Chefredakteurin Jill Schlesinger die gegenwärtige Krisenstimmung auf den Punkt. 

„Was passiert? Sie schlafen schlecht in der Nacht. Es wird zu einer selbsterfüllenden Prophezeiung: Ihr Schlafmangel kann erheblichen Schaden im Job anrichten“, berichtet die Moneywatch.com-Chefredakteurin über die Auswirkungen der Krise. 

Moneywatch.com zeigt aber natürlich Wege aus der Krise auf: „Es ist eine wirklich schlimme Zeit. Wir wollen, dass Sie das Bestmögliche leisten können. Wir bei Moneywatch sind darauf bedacht, Ihnen neue Kontrolle über Ihre Finanzen zu geben – bei Moneywatch finden Sie sie.“

So hochtrabend kann PR in eigener Sache auf amerikanisch klingen. Immerhin: Sie zeigt Wirkung. Zum Start kann das CBS-Portal Kooperationen mit dem Business-Netwerk LinkedIn, der Rating-Agentur LinkedIn oder den Personal Finance-Angeboten Mint.com, BillShrink and StockTwits präsentieren.

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