„Ein Traumjob auch in Zeiten der Krise“

Bald ein Jahrzehnt führt Stefan Westendorp die Redaktion von Bauers Premium-Programmzeitschrift "TV Movie". Das Magazin, ursprünglich als Klon der 14-täglichen "TV Spielfilm" gestartet, war bald erfolgreicher als das Original aus der Milchstrasse und dominierte den Programmie-Markt. Doch Internet und ein zunehmend enger Markt machen allen Titeln zu schaffen. Der Chefredakteur im MEEDIA-Interview über Markenführung in schwierigen Zeiten.

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Im Juni sind Sie zehn Jahre Chef von „TV Movie“. Wie sieht Ihre Bilanz aus?
Sehr, sehr positiv. Ich arbeite mit einer großartigen Redaktion in einem hervorragenden Verlag an einem Blatt, das thematisch kaum schöner sein kann. Ein Traumjob. Auch in Zeiten der Finanzkrise.

Die Krise im Anzeigenmarkt macht auch der „TV Movie“ zu schaffen, das
trotz einem Minus von 11,3 Prozent für das erste Quartal deutlich besser
abschneidet, als die Konkurrenten, die
jeweils ein Viertel verloren haben. Was machen Sie anders?

Zuerst gilt hier der Dank unserem Vermarktungsteam. Die machen wirklich einen tollen Job. Mit viel Einsatz und noch mehr guten Ideen. Denn Kunden wollen in diesen Tagen maßgeschneiderte Lösungen. Und hier bieten wir immer wieder kreative Ansätze, die Ausrufezeichen im Markt setzen. Das überzeugt und unterstreicht unseren sehr guten Ruf als innovative Werbeplattform. Außerdem zahlt sich natürlich die unglaubliche Stärke unserer Marke aus. Gerade jetzt.

Was unterscheidet „TV Movie“ von anderen Premium-Programmies?
Eine ganze Menge. Aber zwei Punkte stechen besonders heraus. Der MovieStar ist das bekannteste und beliebteste Symbol für Filmbewertung in Europa. Das muss man sich hart erarbeiten. Dazu kommt die ständige Erneuerung unseres Heftes. Gerade erst haben wir unsere Filmseiten neu aufgeteilt und optisch völlig überarbeitet. Mit dem Ergebnis, dass das Filmerlebnis jetzt schon im Heft beginnt. Probieren Sie es mal aus!
Und TV Movie ist die einzige Programmzeitschrift Deutschlands, bei der die Leser die Wahl zwischen drei Konzepten zu drei unterschiedlichen Preisen haben. Da gibt es das Original mit allen Filmen des Free-TV. TV Movie mit DVD bringt zusätzlich immer einen Top-Film. Und unsere jüngste Ausgabe TV Movie DIGITAL verschafft einen einzigartigen Überblick über die Sendervielfalt des neuen Fernsehens. Das TwinView-System unterscheidet dabei zwischen tradierten und den ausschließlich digital empfangbaren Sendern.

Müssen Ihre Programmzeitschriften heute einen Elektronischen
Programm-Guide entwickeln?
Für den Markenführer TV Movie ein klares Ja. Bereits vor 15 Jahren haben wir als erste Programmzeitschrift einen Online-Auftritt gestartet. Seitdem wurden über 40 elektronische Programmführer für die unterschiedlichsten technischen Plattformen und Anbieter realisiert. Zuletzt eine iphone-Applikation. Unser MovieStar ist geradezu geschaffen für die elektronische Welt. Denn in einem immer weiter ausufernden Bewegtbild-Angebot schafft er Orientierung, der Millionen Menschen in Deutschland, Österreich und Schweiz vertrauen. Ein solches Pfund haben die anderen Programmzeitschriften nicht, selbst wenn sie gut verkaufen.

Bei den hochwertigen Programmzeitschriften gehen die Auflagen zurück.
Wie steuern Sie gegen?
Wir investieren noch mehr in Marke und Qualität. So haben wir in diesem Jahr unsere Präsenz als Partner der Berlinale deutlich ausgebaut und sind neuer Partner des FC Bayern München geworden. Damit werden die zwei wichtigsten Säulen unseres Heftkonzeptes, großer Film und großer Sport, durch zwei absolute Premium-Partnerschaften gekrönt, die auch für den Leser sicht- und fühlbar sind. Außerdem bauen wir unsere Angebote im Heft immer weiter aus. Der Leser darf zu Recht von uns verlangen, dass wir immer auf Ballhöhe sind mit der Aktualität. Optisch und inhaltlich. So haben wir zum Beispiel Hinweise eingeführt auf Sendungen, die nach Ausstrahlung im Internet angeboten werden und immer mehr Fans finden. Sie können sicher sein: Unser Haus, die Bauer Media Group, weiß sehr wohl um den Wert der Marke TV Movie und setzt daher konsequent mit allen Mitteln auf eine erfolgreiche Entwicklung.

Wie sieht die Situation bei „TV World“ aus?

Sehr gut. Das Supplement fürs digitale Fernsehen kann auf Wunsch im Abonnement zusätzlich zu den weiteren Programmzeitschriften unseres Hauses bezogen werden. Die Auflagenentwicklung von „TV World“ macht Freude.

Wie kann man Magazin und Online-Auftritt effektiv verzahnen?
Diese Verzahnung muss von der Redaktion gelebt werden. Unsere Redakteure achten heute bei Ihrer Recherche darauf, was Online verwertbar sein kann. In jeder Ausgabe verweisen wir bei unseren Top-Stories auf Zusatzmaterial bei tvmovie.de und umgekehrt. Unsere Hollywoodkorrespondentin Helen Höhne liefert neben Interviews fürs Heft diese auch als Streams aus L.A. an. Die Trailer von TV-Sendungen ebenso wie exklusive Ausschnitte aus aktuellen Programmen und Kinofilmen finden sich auch bei tvmovie.de. Und nicht zuletzt für unsere Werbepartner wird die Verzahnung zwischen Heft und elektronischen Plattformen immer wichtiger. Wir bieten hier einen ganzen Kosmos an kombinierbaren Buchungsmöglichkeiten. Print, Online, EPG, iPhone, DVD, Newsletter, Bewegtbild. Da kann uns kaum jemand das Wasser reichen.

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