Burda stellt Frauen-Zeitschrift „Amica“ ein

Nächster Keulenschlag in der Zeitschriftenkrise: Der Burda-Verlag stellt die Zeitschrift "Amica" ein. Erst 2005 hatte Burda unter Führung von "Bunte"-Chefin Patricia Riekel dem Magazin einen aufwändigen Relaunch verpasst, die Verkaufszahlen aber nicht positiv beeinflusssen können. Im vierten Quartal 2008 verkaufte das Heft noch 161.785 Exemplare, davon nicht mal die Hälfte per Abo oder im Einzelverkauf. Insgesamt fallen 40 Arbeitsplätze weg. Die Redaktion wurde am Nachmittag informiert.

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Die „Amica“-Auflage war in den letzten Jahren nur noch ein Schatten ihrer selbst. Nachdem bis zum Jahr 2000 noch fast immer mehr als 200.000 Hefte im Einzelverkauf an die Frau gebracht wurden, sank die Kiosk-Auflage 2004 sogar erstmals unter die 100.000er-Marke. Der Tiefpunkt wurde im vierten Quartal 2006 mit 35.066 Verkäufen erreicht. Zwar ging es 2007 und 2008 wieder etwas nach oben, doch die zuletzt 62.055 Einzelverkäufe und 14.984 Abonnenten konnten nur noch mit vielen sonstigen Verkäufen und Bordexemplaren auf die Gesamtverkaufszahl von 161.785 gebracht werden. Anzeigen wurden im ersten Quartal laut ZAS noch rund 160 in der „Amica“ gedruckt. Ein Minus von 6,8% gegenüber dem Vorjahr.
Die Einstellung des ambitionierten und teuren Titels geht einher mit einer Neugestaltung der Unternehmensgruppen, die künftig unter einem Dach geführt werden. Verlierer dieser Entwicklung ist Peter Levetzow, bisheriger Geschäftsführer der Burda People Group. Seine Aufgaben übernimmt Henning Ecker. Levetzow soll danach Burda-Vorstand Philipp Welte nach Verlagsangaben „weiterhin beratend zur Seite stehen“, was immer das heißen mag.
Im Folgenden die Pressemitteilung von Hubert Burda Media im Wortlaut. Die Breaking News bezüglich „Amica“ findet sich für Burda nicht untypisch in den beiden letzten Absätzen:
„Durch die Integration mehrerer Unternehmen von Hubert Burda Media entsteht in München eines der größten deutschen Medienunternehmen mit journalistischen Angeboten für Frauen. Burda-Verlagsvorstand Philipp Welte fasst die exklusiven Konzernmarken BUNTE, ELLE, INSTYLE, FREUNDIN und BURDA MODEMAGAZIN mit ihren jeweiligen Markenverlängerungen sowie die Produktionsfirma STARnetONE unter ein unternehmerisches Dach. „Wir dürfen auf die dynamischen Veränderungen in der Welt der Medien nicht einfach nur reagieren, sondern wir müssen uns Spielräume schaffen für offensive und innovative Strategien“, erklärt Welte den Merger der Verlagsbereiche. Welte: „Die kompakte Struktur des neuen Unternehmens steigert sowohl die publizistische Schlagkraft als auch die Innovationsfähigkeit deutlich.“

In der neu geschaffenen Burda Style Group konzentriert der Konzern zum 1. Mai 2009 seine Kompetenzen auf dem Gebiet der exklusiven Frauen-magazine und schafft einen der umsatz- und reichweitenstärksten Anbieter von Fashion- und Entertainment-Medien für Frauen. Die Magazine des neuen Unternehmens erzielen eine Brutto-Reichweite von 8,90 Millionen Lesern (MA 2009/I) und  eine Auflage von mehr als 2,38 Millionen verkauf-ten Heften pro Ausgabe (IVW-Durchschnitt 2008).

Innerhalb des neuen Unternehmens übernimmt Patricia Riekel, Redaktionsdirektorin und Chefredakteurin von BUNTE und Gründerin von INSTYLE in Deutschland, die Rolle der Herausgeberin über alle Titel der Gruppe. Sie berichtet direkt an Verlagsvorstand Philipp Welte.

Die Geschäftsführung des Medienunternehmens übernimmt Henning Ecker, der bisherige Geschäftsführer des Verlags Arabellastraße. Die Verlagsleiterin der Burda People Group, Andrea Laub, übernimmt als Director Finance & Operations die kaufmännische Leitung des Unternehmens. Für die Positionierung der Objekte und ihre Vermarktung in beiden Märkten (B2B, B2C) wird Monika Fendt verantwortlich sein, die zum 1. Mai als Director Marketing ins Haus zurückkehrt (PM vom 23. Februar 2009).

Der bisherige Geschäftsführer der Burda People Group, Peter Levetzow, wird die Fusion gemeinsam mit Philipp Welte und Henning Ecker durchführen. Danach wird er Philipp Welte weiterhin beratend zur Seite stehen. Philipp Welte: „Peter Levetzow hat in den letzten beiden Jahren hervorragend gearbeitet und sichergestellt, dass die People Group ihre Position als erfolgreichstes Profit Center der Verlage klar behaupten konnte.“

Im Zuge der Fusion der Verlage nimmt Burda seine exklusive Zeitschrift A-MICA mit der Ausgabe 06/09 (EVT: 6. Mai 2009) vom Markt. AMICA Online, eine Marke der Tomorrow FOCUS AG, ist davon nicht betroffen. Verlagsvorstand Philipp Welte: „AMICA ist eine der besten Fashion-Zeitschriften auf dem deutschen Markt, die Redaktion hat ein großartiges Magazin mit internationaler Handschrift geschaffen. Aber die Entwicklung der Werbemärkte lässt uns keine Chance, als das Engagement zu beenden.“

Vorbehaltlich der Gespräche mit dem Betriebsrat ist davon auszugehen, dass etwa 40 Arbeitsplätze aus den unterschiedlichsten Bereichen der Burda Style Group abgebaut werden.“

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