Visitenkarte 2.0: Poken Sie schon?

The same procedure as every year: Jedes Jahr aufs neue gelingt dem Berliner Blogger-Treffen re:publica das Kunststück, einen Trend zu setzten. 2008 erlebte Twitter nach der Konferenz einen Schub in Deutschland. 2009 heißt der Trend Poken – kleine Plastik-Tamagotchis mit USB-Anschluss und integriertem RFID-Chip. Ihre Funktion: Auf jedem Poken sind die jeweiligen Kontaktdaten des Besitzers gespeichert. Berühren sich zwei Plastik-Kreaturen, tauschen sie ihre elektronischen Visitenkarten aus.

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Nach spätestens 64 Kontakten ist der Poken voll geladen. Er muss dann über den USB-Anschluss mit einem Computer verbunden werden. Die Daten müssen ersten einmal ausgelesen werden, erst dann kann weiter genetzwerkt werden. Der Vorteil liegt auf der Hand: Das nervige Sammeln von kleinen Pappkärtchen sowie das anschließende händische Übertragen in die digitalen Adressverzeichnisse entfällt.

Um die Daten, die nun auf dem Rechner liegen, nutzen zu können, braucht der Poken-Besitzer ein User-Konto beim schweizer Mutterunternehmen unter Doyoupoken.com. Über das Portal lassen sich alle gesammelten Daten verwalten. Von den neuen Kontakten sieht man nun den Namen, ein Foto und die Adressdaten sowie Links zu den Social Networks (Facebook, Twitter oder Xing), in denen deren Besitzer Profile angelegt hat.

Das Portal Doyoupoken.com ist kostenlos. Für die Tamagotchis müssen allerdings rund 15 Euro berappt werden. Noch gibt es die kleinen Figuren nicht in Deutschland. Eine umständliche Web-Bestellung aus England, den Niederlanden oder der Schweiz ist unumgänglich. Ab Mai sollen die Visiten-Monster aber auch hierzulande erhältlich sein.

Bis zum Deutschland-Start wartet auf das Start-up aber noch ein wenig Arbeit. Die deutschen Homepage-Texte sind noch eine Katastrophe. Schlecht formuliert und oftmals in einem kruden Denglisch verfasst. Zweiter Nachteil: Beim Anlegen eines Profils bei Doyoupoken.com müssen alle Passwörter aller im Profil angezeigten Social Networks hinterlegt werden. Zudem ist die Mailadresse, die für Administrationszwecke verwendet wird, für alle bestätigten Kontakte einsehbar.

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