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Kinos: 50 Prozent weniger Werbung

Die Zeiten, in denen Kinobesucher eine halbe Stunde Zeit hatten, um Popcorn zu kaufen, ihre Sitze zu finden und auf den Haupfilm zu warten, sind vorbei. Weil besonders die Lichtspielhäuser unter der Werbekrise zu leiden haben, schrumpft das Vorprogramm und damit die Erlöse. Während ein Teil der Branche neue Strategien plant, um den Schwund zu stoppen, denkt die Cinemaxx-Gruppe darüber nach, Werbung in ihren Häusern ganz zu kippen, berichtet die "Financial Times Deutschland".

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Im ersten Quartal 2009 sind die Werbeerlöse der Kinos um fast 50 Prozent eingebrochen. Die Einnahmen betragen bislang deutlich weniger als zehn Millionen Euro. Zum Vergleich: 2008 waren es insgesamt 73,4 Millionen Euro.

In der Krise kürzen die Werbetreibenden ihre Ausgaben dort stärker, wo der Nutzen besonders gering ist. Das Problem beim Kino: In diesem Medium erreicht die Werbung zu wenige zu ungezielt. Hier könnte ein auf den jeweiligen Film abgestimmtes Werbeprogramm Abhilfe schaffen. So ist sich der Präsident des Vereins für Werbung im Kino, Stephan Birkenholz, sicher: „Nur zielgruppenorientierte Werbung hat eine Zukunft“.

Eine radikalere Lösung schwebt dem Cinemaxx-Großaktionär Herbert Kloiber vor: „Heute könnte die Cinemaxx-Gruppe mit 18 Millionen Kinobesuchern mit einer um 0,35 Euro teureren Kinokarte völlig auf Werbung verzichten.“ Insgesamt wäre allerdings mit einer Preiserhöhung pro Ticket von rund einem Euro zu rechnen, weil ein Teil der Kartenerlöse an die Verleiher fließt.

Ob es tatsächlich zu einer totalen Werbeabstinenz von Cinemaxx kommt, ist jedoch unwahrscheinlich. Denn einerseits hätten Umfragen ergeben, dass die Kinobesucher Werbung in Maßen durchaus gerne sehen; andererseits dürften die Kunden in der Mehrheit kaum zu dem von Kloiber geschätzten Aufpreis bereit sein.

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