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„NYT“ droht „Boston Globe“ zu schließen

Nächstes Kapitel im verzweifelten Kampf der „New York Times“ ums Überleben. Diesmal geht es um den hoch defizitären „Boston Globe“, der seit 1993 zur New York Times Company gehört. Der Verlag der "NYT" fordert von den Gewerkschaften, beim "Globe" in kurzer Zeit 20 Mio. Dollar Kostenkürzungen vornehmen zu können. Anderenfalls werde man die größte Zeitung in Boston und New England schließen. Bei dem 1872 gegründeten Blatt ist im letzten Jahr die offizielle Auflage von 382.000 auf 350.000 gefallen.

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Nächstes Kapitel im verzweifelten Kampf der „New York Times“ ums Überleben. Diesmal geht es um den hoch defizitären „Boston Globe“, der seit 1993 zur New York Times Company gehört. Der Verlag der „NYT“ fordert von den Gewerkschaften, beim „Globe“ in kurzer Zeit 20 Mio. Dollar Kostenkürzungen vornehmen zu können. Anderenfalls werde man die größte Zeitung in Boston und New England schließen. Bei dem 1872 gegründeten Blatt ist im letzten Jahr die offizielle Auflage von 382.000 auf 350.000 gefallen.
Das viel größere Problem ist aber das Anzeigengeschäft, das sich in Zeiten der Wirtschaftskrise desaströs entwickelt. Die „New York Times“ schreibt, der „Globe“ hätte bereits im letzten Jahr bereits „tens of millions Dollars“ verloren. Der „Globe“ selbst beziffert die Verluste auf 50 Mio. Dollar. In diesem Jahr dürfte das Ergebnis noch schlechter ausfallen. Beobachter gehen für 2009 von Verlusten bis zu 100 Mio. Dollar aus, falls die Verantwortlichen nicht massiv reagieren würden.
Beim „Globe“, der auf Platz 14 der größten Zeitungen der USA steht, arbeiten 700 Mitarbeiter in der Redaktion und im Verlag. Die Verhandlungen sind insofern kompliziert, weil diese 700 Mitarbeiter in 13 verschiedenen Gewerkschaften organisiert sind. Das Ultimatum der New York Times Co. läuft in 30 Tagen aus.
„We all know the newspaper industry is going through great transition and loss“, sagt ein Gewerkschafts-Vertreter. „The ad revenues fallen off the cliff. Just based on everything that’s going on around the country, they are serious“.
Für die „New York Times“ dürfte es das Beste sein, den „Globe“ zu schließen. Zwar hat man 1993 mit 1,1 Mrd. Dollar den höchsten Kaufpreis bezahlt, der je für eine Zeitung in den USA erzielt wurde, aber die Rettung des eigenen Blatts sollte für Verleger Sulzberger die höchste Priorität haben. Und die Probleme bei der „New York Times“ selbst sind so komplex, dass sich die Verantwortlichen nicht verzetteln dürfen.
In Boston stellt man sich deshalb auf das Ende vom „Globe“ ein. Manche sprechen von einer „catastrophe for the community“. Im Falle einer Schließung bliebe als einzige Zeitung für Boston der „Boston Herald“ übrig.

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