VDZ warnt vor Product Placement-Gesetz

Der Verband Deutscher Zeitschriftenverleger (VDZ) hat die Bundesländer aufgefordert, im Interesse der Unabhängigkeit der Presse sowie zur Wahrung gleicher Wettbewerbschancen uneingeschränkt am Trennungsgebot zwischen Redaktion und Werbung festzuhalten. Beide Aspekte würden durch eine Lockerung der Regelung bezahlter Produktplatzierungen im Fernsehen in bedenklichem Maße tangiert. Hintergrund: Die Länder verhandeln derzeit darüber, ob sie das für alle Medien geltende Gebot der Trennung von Werbung und Redaktion für das Fernsehen aufgeben wollen.

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„Die Legalisierung bezahlter Placements im TV wird nicht nur den Druck auf die anderen Medien erhöhen, ebenfalls ihre redaktionelle Unabhängigkeit den Wünschen der Werbung zu opfern“,  erklärte Christoph Fiedler, Leiter Medienpolitik im VDZ.  Die EU-Richtlinie über audiovisuelle Mediendienste räumt den Mitgliedsstaaten erstmals die Möglichkeit der Zulassung solcher Produktplatzierungen im TV ein. „Die Vermischung von Werbung und redaktionellen Inhalten setzt auch die Glaubwürdigkeit der Medien insgesamt aufs Spiel, da unterschiedliche gesetzliche Vorgaben für ein People-Magazin im Fernsehen und ein solches in Print-Form nicht verständlich sind“.
Sollten die Bundesländer den Durchgriff der Werbegelder auf redaktionelle Inhalte im Fernsehen legalisieren, würden zudem Printmedien gegenüber TV bzw. audiovisuellen Medien im Wettbewerb um die Werbeetats benachteiligt. Denn dann wäre es beispielsweise einer People-Zeitschrift nach wie vor untersagt, den neuen Geländewagen im Bild zur prominenten Schauspielerin gegen Entgelt zu platzieren. Das TV-People-Magazin oder sonstige „leichte Unterhaltung“ ebenso wie TV-Serien dürfte hingegen genau die gleiche Platzierung gegen Bezahlung anbieten.
In den vergangenen Monaten hatte es wiederholt Diskussionen um Product Placements und Schleichwerbung bei Produktionen öffentlich-rechtlicher Sender gegeben, die mit einer klaren gesetzlichen Regelung beendet werden sollen.

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