„Zeitmagazin“ räumt bei Lead Awards ab

Am Mittwochabend wurden in den Hamburger Deichtorhallen zum 17. Mal die LeadAwards vergeben. Sie gelten als wichtigste deutsche Auszeichnung für Zeitschriften und Online-Medien. Eine Jury aus 120 anerkannten Medienexperten vergab Preise in insgesamt 18 Kategorien.1.250 geladene Gäste aus Medien und Kultur verfolgten die Verleihung. Gold in der als „LeadMagazin des Jahres“ gewann das „Zeit Magazin“ vor „Brand Eins“ und dem „Stern“. Community des Jahres wurde Twitter, bestes Weblog Rivva.de.

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Mit dem „Zeit Magazin“ ist nach Ansicht der LeadAcademy ein neuer kreativer Leistungsträger auf dem Magazinmarkt dazugekommen. Das „Zeit Magazin“ zeichne sich aus durch ein unverwechselbares Konzept, durch viele eigene Ideen und Rubriken sowie durch viele starke Einzelleistungen, die sich neben der Ernennung zum „LeadMagazin des Jahres“ auch in den drei Einzelgoldmedaillen in den Kategorien „Cover des Jahres“, „Reportagefotografie des Jahres“ und „Still-Life-Fotografie des Jahres“ niederschlagen.

Überraschend für die Jury war, dass das „Zeit Magazin“ verhältnismäßig rasch zu solch einer Höchstleistung finden konnte. Im ersten Jahr wurde es von der LeadAcademy noch als „SZ-Magazin-Kopie“ getadelt, jetzt habe es sich frei geschwommen und stehe nach zweieinhalb Jahren als wirklich eigenständiges, immer wieder überraschendes Blatt da, das absolut Vorbildcharakter besitze. „Üblicherweise brauchen Zeitschriften länger, um zu sich zu finden und einen eigenen Stil zu entwickeln.“ Verantwortlich für den Erfolg sind die drei handelnden Personen Christoph Amend als Chefredakteur, Giovanni di Lorenzo als „Über-Chefredakteur“ und Kreativdirektor Mirko Borsche, der vor drei Jahren zum „VisualLeader des Jahres“ gekürt wurde.

Weitere Auszeichnungen in der Kategorie „LeadMagazin des Jahres“ gab es sowohl für Independent- und Kulturmagazine wie „032c“, „Mode Depesche“ und „Dummy“, als auch für bekannte etablierte Titel wie „GQ Style“, „Neon“ und „Fit for Fun“. „Fit for Fun“ fiel besonders positiv durch seinen Relaunch auf, den die Berliner Designer-Legende Erick Spiekermann gemacht hat und der dem Heft einen neuen, unverwechselbaren Look in seinem Segment gab.

Nach Ansicht der Jury haben sich aus dem Condé Nast Verlag vor allem die „Vogue“ und die „GQ“ hervorgetan. Insbesondere die Strecke „Sex“ von Starfotograf Mario Testino hat die Jury beeindruckt und erhielt gleich zwei Medaillen: Gold in der Kategorie „Feature des Jahres“, Bronze in der Kategorie „Cover des Jahres“. „Sex“ sei in einem Magazin das leichteste und zugleich schwierigste Thema, so die Jury. Testino und der „Vogue“ sei es gelungen, dieses Thema neu zu definieren und in eine neue Dimension zu bringen. „Insgesamt sind die kreativen Leistungen des Magazinjahrgangs 2008 deutlich über dem Durchschnitt der Vorjahre. Nach Zeitschriftenkrise sieht das, was der Jury vorlag und was sie zu bewerten hatte, nicht aus“, urteilt Jury-Vorsitzender Markus Peichl.

Als „Anzeigenkampagne des Jahres“ erhielt American Apparel eine Goldmedaille; in der Kategorie „Anzeigenmotiv des Jahres“ gewann eine Anzeige für die Frankfurter Allgemeine Zeitung. Verantwortliche Agentur ist Scholz & Friends. Das Motiv zeigt Marcel Reich-Ranicki und ist eine spontane Reaktion auf dessen inzwischen legendären Auftritt beim Deutschen Fernsehpreis 2008. Für den „Besten Anzeigentext des Jahres“ wurde die Hamburger Agentur Kolle Rebbe und ihre Bionade-Werbung „Botschaften“ mit Gold ausgezeichnet. Spruch des Jahres: „Holunder ist überschätzt.“

Erstmals wurde in diesem Jahr ein Publikumspreis in Kooperation mit dem Hamburger Abendblatt vergeben. Auf Platz 2 landete dasjenige Bild, das die Fachjury zum „Foto des Jahres“ wählte. Jim Bourgs Foto zeigt John McCain, der hinter Barack Obama herläuft und ihm entnervt die Zunge rausstreckt. Hier herrscht also Übereinstimmung zwischen Fach- und Publikumsvoting. Auf Platz 1 wählte das Publikum jedoch ein sehr stilles und emotionales Bild, das von der Expertenjury keine Medaille, sondern „nur“ eine Auszeichnung zugedacht bekam: „Nachtgebet“ von Sigit Pamungkas zeigt ein kleines unverschleiertes, rotgekleidetes Mädchen, das inmitten vollverschleierter Frauen tanzt. Die Aufnahme entstand in Indonesien am Vorabend des Ramadan. Sie fasziniert durch eine Mischung aus Unbeschwertheit und fremder Kultur und ist sicher auch ein sublimer Ausdruck des westlichen Blicks auf die islamische Welt.

In der Kategorie „Webmagazin des Jahres“ erhielt „Baunetz“ Gold. Silber ging an Byte FM, Bronze an Bild.de, das als Online-Variante von Europas größter Boulevardzeitung innovative Wege geht.

Noch bis zum 26. April 2009 präsentiert die LeadAcademy in den Hamburger Deichtorhallen die Ausstellung „VisualLeader 2008 – das Beste aus deutschen Zeitschriften“. Zu sehen sind rund 200 Fotoserien, Magazinbeiträge, Anzeigen und Websites. Zusammen ergeben sie einen einzigartigen Eindruck über das kreative Leistungspotential der deutschen Zeitschriften- und Werbebranche. Ende Mai erscheint im Presse Fachverlag das „LeadAwards Jahrbuch 2009“, das alle ausgezeichneten Arbeiten zeigen wird.
Die Liste aller Preisträger finden Sie hier.

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