Wie Peichl den Spiegel ins Boot holte

Ein Mann gibt nicht auf: Bis zuletzt kämpfte Markus Peichl um Sponsoren für die Lead Awards-Verleihung – und schaffte nur wenige Stunden vor dem Event am Mittwochabend, was viele für ausgeschlossen gehalten hatten. Der Spiegel-Verlag, mit dem sich Peichl als Vorsitzender der Lead Academy in den vergangenen Wochen massiv entzweit hat, unterstützte die Veranstaltung mit einem namhaften Betrag in bar. Den Durchbruch brachte nach MEEDIA-Informationen ein Fax Peichls an Spiegel-Geschäftsführer Ove Saffe.

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Ein Mann gibt nicht auf: Bis zuletzt kämpfte Markus Peichl um Sponsoren für die Lead Awards-Verleihung – und schaffte nur wenige Stunden vor dem Event am Mittwochabend, was viele für ausgeschlossen gehalten hatten. Der Spiegel-Verlag, mit dem sich Peichl als Vorsitzender der Lead Academy in den vergangenen Wochen massiv entzweit hat, unterstützte die Veranstaltung mit einem namhaften Betrag in bar. Den Durchbruch brachte nach MEEDIA-Informationen ein Fax Peichls an Spiegel-Geschäftsführer Ove Saffe.

In dem mehrseitigen Schreiben hatte der 50-Jährige die Situation nochmals ausführlich aus seiner Sicht dargestellt und den Spiegel aufgefordert, seine Position zu überdenken. Der Verlag hatte den Sponsoren-Vertrag vor einem Jahr außerordentlich gekündigt und im Herbst Verhandlungen über alternative Beteiligungsformen ergebnislos beendet. Peichl hingegen wertete von ihm angebahnte Gespräche in den den Folgemonaten als weitere Verhandlungsrunden und hatte nicht ausgeschlossen, den Spiegel auf Schadenersatz zu verklagen.

Dann die Überraschung. Bei der Begrüßung der Gäste in den Hamburger Deichtorhallen sagte Lead Academy-Vorsitzende: „Ove Saffe und Christian Schlottau haben uns heute Nachmittag gesagt, dass sich der Spiegel-Verlag dem Förderkreis anschließt.“ Und er fügte einen Satz hinzu, den wohl jeder, der mit Markus Peichl einmal aneinander geraten ist, mit Erleichterung vernimmt: „Damit ist unser Streit beigelegt.“ Auf MEEDIA-Anfrage sagte Peichl: „Der Spiegel hat Größe gezeigt, das ist den Verantwortlichen hoch anzurechnen.“

Dass ein mögliches Gerichtsverfahren damit vom Tisch ist, dürfte kaum dem Wiener Charme Peichls zu verdanken sein. Insider sehen im späten Einlenken des Spiegel-Verlags eher eine Bestätigung der Regel, dass es manchmal klüger ist nachzugeben. Schon in den letzten Wochen hatte man an der Brandstwiete den Ball flach gehalten und die Anschuldigungen Peichls zurückhaltend und zum Teil nur auf explizite Anfrage kommentiert. Der Spiegel wollte den renommierten Preis, den das Haus mehr als ein Jahrzehnt maßgeblich finanziert hatte, nicht beschädigen.

Am Ende setzte sich bei den Verantwortlichen um Geschäftsführer Saffe und Verlagsleiter Christian Schlottau offenbar die Erkenntnis durch, dass die Ausgrenzungspolitik des Lead Academy-Chefs langfristig zur Kampagne zu werden drohte – mit Imageschäden für alle Beteiligten. Eine solche Konstellation galt es zu vermeiden, zumal alle anderen großen Player die Awards unterstützten. Ein Alleingang des Spiegels, der den Award über Jahre mitgeprägt hatte, schien da keine wirkliche Option. Mehrere zehntausend Euro, so hört man, seien kurzfristig an die Academy geflossen. Damit dürfte der Spiegel erneut einer der größten Einzelspender sein.

Fraglich ist, wie es bei den Lead Awards weiter geht. Durch das komplizierte Finanzierungsgeflecht mit Geldzahlungen, Sachspenden und der Bereitstellung von Personal und Anzeigenvolumina war es lange unklar, ob die Lead Awards 2009 kostendeckend zum Abschluss gebracht werden konnten. Durch den unerwarteten Wiedereinstieg des Spiegel-Verlags ist dies gelungen. Peichl zu MEEDIA: „Mit der Zahlung des Spiegels haben wir sogar ein kleines Plus, das uns ein Polster für die kommenden Monate verschafft, und das können wir auch gut gebrauchen. “ Bei der Planung für das kommende Jahr werden alternative Finanzierungskonzepte im Vordergrund stehen. Es ist kaum zu erwarten, dass der Spiegel das Engagement früherer Jahre wieder aufnimmt.
Und auch für Peichl ist der unbestreitbare Erfolg, die Preisverleihung in diesem Jahr durchgesetzt zu haben, in der Nachbetrachtung relativ. Insider monieren, dass er hinter den Kulissen ruppig agiert hat. „Hanseatische Kaufmannsart“, so ein Beobachter, „war das definitiv nicht.“ Auch die Veröffentlichung vertraulicher Schriftstücke und Gesprächsinhalte stößt auf Verwunderung. Der Lead Academy-Chef wird erkennen müssen, dass er in Sponsorenangelegenheiten nicht wie zuletzt mit dem kreativen Kopf durch die Wand kann. Aber für solche Lernprozesse bleiben bis zu den Lead Awards 2010 immerhin etliche Monate Zeit.

P.S.: Die Veranstaltung am Mittwochabend in den Hamburger Deichtorhallen war ein voller Erfolg. Dass die Organisatoren mit einem geringeren Budget auskommen mussten, tat der Stimmung keinen Abbruch – auch das ein Signal für kommende Jahre.

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