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Eva Herman verliert endgültig gegen NDR

Eva Herman ist mit ihrer Klage gegen den NDR endgültig gescheitert. Am Mittwoch bestätigte das Landesarbeitsgericht Hamburg die Entscheidung der ersten Instanz, wonach die 50-Jährige keinen Anspruch auf Weiterbeschäftigung als "Tagesschau"-Sprecherin hat. Der Vorsitzende Richter Rainer Schaude: "Es ist nicht erwiesen, dass der Sender vollständig über die Arbeitskraft der 'Tagesschau'-Sprecher verfügen konnte." Eva Herman verließ den Gerichtssaal mit steinerner Miene und ohne Kommentar.

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Ein Revisionsverfahren wolle das Gericht nicht zulassen, sagte der Vorsitzende Richter Schaude. Für Eva Hermans Anwalt Dirk Feldmann kam das Urteil überraschend. Nach der Verhandlung sagte er, dass die Aussage Jo Brauners für ihn eindeutig zugunsten seiner Mandantin gesprochen hätte. Nun wolle man in Ruhe prüfen, wie man weiter vorgehe. Eine Nichtzulassungsbeschwerde gegen den Revisionsentscheid sei vorstellbar. 
Die Befragung der „Tagesschau“-Sprecher Jan Hofer und Jens Riewa im Februar habe, wie das Gericht am Mittwoch mitteilte, zu keiner eindeutigen Klärung der Art des Arbeitsverhältnisses zwischen Eva Herman und dem NDR geführt. Daher hörten die Richter den inzwischen pensionierten Sprecher Jo Brauner noch an. Aus seiner und den vorangegangenen Aussagen entnahmen die Richter, dass die „Tagesschau“-Sprecher den Dienstplan in einer Art der Selbstorganisation untereinander abgesprochen hätten. „Das ist für ein Arbeitsverhältnis absolut untypisch“, erklärte der Vorsitzende Schaude.
Der NDR hatte die Zusammenarbeit mit der Tagesschau-Sprecherin im September 2007 aufgekündigt. Der Grund dafür waren die umstrittenen Äußerungen Hermans zur NS-Zeit. Daraufhin klagte die 50-Jährige auf Wiedereinstellung. Doch im April 2008 entschied das Arbeitsgericht Hamburg im Sinne des Norddeutschen Rundfunks.

Damit endet das Berufungsverfahren des seit eineinhalb Jahren schwelenden Rechtsstreits zwischen der ehemaligen „Tagesschau“-Sprecherin und dem NDR. Das Gericht sah es nach der Befragung Brauners nicht als erwiesen an, dass zwischen Herman und dem Sender ein festes Arbeitsverhältnis bestand. Bereits im Februar waren Hermans Ex-Kollegen Jan Hofer und Jens Riewa zu den Arbeitsabläufen befragt worden. Damals erklärte der Vorsitzende Richter Rainer Schaude noch, dass es einige Indizien gebe, die „für ein festes Arbeitsverhältnis“ sprächen.

In der Anhörung vom Februar sollte vor allem festgestellt werden, wie die Einteilung des Dienstplanes bei der „Tagesschau“-Redaktion ablief. Nach Aussagen von Hofer und Riewa sei Herman nach ihrer einjährigen Babypause gehalten gewesen, wieder Frühdienste wahrzunehmen. Die Abhängigkeit von Dienstplänen gilt als ein Indiz für ein ordentliches Arbeitsverhältnis.

Herman ging in die Revision und erstritt im November einen ersten Teilerfolg, weil das Landesarbeitsgericht argumentierte, ihre ehemaligen Kollegen plus Chefredakteur Kai Gniffke als Zeugen hören zu wollen.

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