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„Piet-Show“ für Emmy nominiert

Heute Abend werden in Cannes die “International Digital Emmy Awards” der International Academy of Television Arts & Sciences verliehen. In drei Kategorien sind jeweils vier Formate nominiert. In der Gruppe Non-Fiction liegt Al-Jazeera vorn, in der Rubrik "Children&Young People" sind Formate aus Finnland, Singapur und Kanada vertreten. Doch die Sparte „Fiction“ überrascht mit einer deutschen Nominierung: Die "Piet-Show", produziert für StudiVZ, hat Chancen auf einen Emmy.

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Fernsehen für`s soziale Netzwerk

Mit der Verleihung der digitalen Emmys will die Academy dem wachsenden Sektor digitaler Formate für das Web und Fernsehen Rechnung tragen. Dass die deutsche „Piet-Show“ unter den Nominierten ist, überrascht bei dem global aufgestellten Teilnehmerfeld umso mehr. Die „Piet-Show“ ist eine Soap-Opera, die speziell für die User des Social Networks StudiVZ produziert wurde. Nur wer dort registriert ist, konnte die Soap verfolgen. Die Story dreht sich um das Leben in einer Berliner WG, deren Alltag von Piet (Marian Meder) gefilmt wird. Dieser lebt dort zusammen mit seinen Mitbewohnern Nick (Henning Heup), Melanie (Lotte Letschert) und Jessy (Marylu Saskia Poolman).

Die Serie spielt dabei mit den Klischées, die eben dieser Generation anhaften: den fließenden Grenzen zwischen echten und virtuellen Freundschaften und der ständigen Präsenz der Medien im Leben junger Menschen. Die Macher der Websoap scheinen das Format auch als Versuchlabor für neue Konzepte zu nutzen. So findet Piet zwischen herumliegenden Papieren Drehbuchblätter für Szenen, die erst später geschehen werden. Die Grundy UFA („Gute Zeiten, Schlechte Zeiten“, „Alles was zählt“) produzierte 15 Folgen à vier Minuten. Die Entscheidung, ob einer der begehrten Emmys tatsächlich an die Berliner geht, fällt heute Abend auf der Messe MIP TV in Cannes. Doch die Mitbewerber in der Kategorie „Fiction“ können sich ebenfalls sehen lassen.

Scorched: Multiplattform-Medien-Projekt für den Klimaschutz

Die australische Produktion ist ein Multi-Plattform-Projekt. Die Story spielt im Jahr 2012. Das Klima hat sich drastisch verändert und der australischen Bevölkerung bleibt nur noch Wasser für acht Wochen. Das Besondere an „Scorched“: Die einzelnen Folgen werden im Internet und im nationalen Fernsehen ausgestrahlt. Jedoch nicht als Wiederholung, sondern als aufeinander aufbauende Episoden. Dafür wurde auch gleich die australische Medienlandschaft eingespannt.

Nachrichtensprecher verkünden neue fiktive Hiobsbotschaften und gestandene Meteorologen prognostizieren Dürreperioden. Fans können gleichzeitig mit eigenem Content an der Serie teilnehmen. Mit diesem ambitionierten Projekt wollten die Macher auf die schwindenen Wasserreserven und stetigen Klimaveränderungen aufmerksam machen.

Kirill: Drei Minuten Endzeit

Die Co-Produktion von Endemol und MSN braucht sich auch nicht zu verstecken. Die Macher hinter der fünfwöchigen Web-Serie verstehen „Kirill“ als interaktive Science-Fiction. Hauptcharakter ist der gleichnamige Kirill, gespielt von David Schofield (Fluch der Karibik, Gladiator). Als ehemals genialer Kopf und Forschungsgmitglied am Schweizer Forschungsinstitut CERN wurde er von Regierungsbehörden inhaftiert.

Nun versucht er, 50 Jahre in der Zukunft, mit zwei Bloggern Kontakt aufzunehmen, um sein Schicksal in andere Bahnen zu lenken. Genau hier kommen die User ins Spiel. Kirill hat sich angeblich zum MSN-Messenger-Netzwerk Zugang verschafft. Die User können dem fiktiven Charakter dabei helfen, Codes zu knacken und Rätsel zu lösen, um den Lauf der Geschichte zu beeinflussen.

„Digitale Programme als signifikante Option“

Allen vorgestellten Formaten ist eines gemein. Sie setzen gezielt auf das Mitwirken der User. Die fiktiven Charaktere der „Piet-Show“ besitzen sogar eigene StudiVZ-Profile. Ob das kleine deutsche Projekt Chancen gegen die teuer produzierten Beiträge aus Übersee hat, wird sich heute Abend zeigen. Eine Nominierung in das kleine, international aufgestellte Teilnehmerfeld zeigt jedoch, dass Deutschland bei der Produktion von Inhalten für digitale Zielgruppen mithalten kann.

„Wir sind sehr erfreut darüber zu sehen, dass die Nominierten derart außerordentliche Leistungen erbracht haben, um Formate speziell für digitale Plattformen zu entwickeln“, meint Bruce L. Paisner, Präsident und CEO der International Academy. “Digitale Programme sind mittlerweile eine signifikante Option für ein weltweites Publikum.“

Weitere Awards werden in den Kategorien „Children&Young People“ und „Non-Fiction“ vergeben. Grundy UFA ruht sich auf der Nominierung allerdings nicht aus. Aktuell produziert Grundy UFA das zweite Online-Projekt. In Kooperation mit MySpace und Mars Planets entstehen zehn Folgen der Webserie „Wir sind größer als GOTT“, die am 7. April 2009 exklusiv auf MySpace online geht.

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