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Holtzbrinck entwickelt Musik-Dienst

Alter PR-Trick: Häufen sich die schlechten Nachrichten über ein Unternehmen, ist es wichtig, eine "Good News" dagegen zu setzten. Nachdem Stefan von Holtzbrinck die meisten Print-Titel an seinen Bruder verkaufte, erscheint seine teure Web-Offensive der vergangenen Jahre in einem negativen Licht. Pünktlich zur neuen Woche berichtet die "Financial Times Deutschland" jetzt, dass Holtzbrinck den neuen Musikdienst Steereo.de launchen will. Bereits im April soll die Testphase starten.

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Kernangebot des neuen Dienstes ist die Möglichkeit, über jeden Web-Browser – via Stream – kostenlos Musik zu hören. Finanzieren soll sich das Angebot, ähnlich wie beim Konkurrenten Roccatune.com, über Werbeunterbrechungen. Zudem wird es eine Premium-Version von Steereo geben. Heißt: Gegen eine Abogebühr von 10 Euro pro Monat wird die Musik in einer besseren Qualität und werbefrei auf die Kundenrechner gestreamt. Nicht bekannt ist, ob sich einzelne Tracks auch herunterladen oder kaufen lassen.

Die komplizierten Rechte-Verhandlungen mit den Plattenlabels sollen kurz vor dem Abschluss stehen. Dem Start eines ersten Test-Betriebes steht also kaum noch etwas im Weg. „Die geschlossene Betaphase soll in der zweiten Aprilhälfte starten“, zitiert die „FTD“ Alexander Kolisch, Geschäftsführer von Grassroot Media. Laut Impressum steht Grassroot Media hinter dem neuen Angebot. Nach Informationen der “ Financial Times Deutschland“ ist das Münchener Start-up eine Tochter der Verlagsgruppe Holtzbrick.

Nutzer, die Interesse an einer Teilnahme an der Betaphase haben, können sich bereits auf der Seite einragen. Mehr Informationen bietet die Steereo.de noch nicht.

Holtzbrinck wagt sich mit dem neuen Projekt auf einen sehr engen Markt. Als Konkurrenten gelten Last.fm, Roccatune.com, Musicload, Lala.com oder Spotify. Kolisch glaubt allerdings nicht, dass der Markt schon gesättigt sei. „Das ganze Modell gewinnt an Relevanz“. Gerüchten zufolge, soll das neue Angebot vor allem über eine Kooperation mit der Holtzbrinck-eigenen VZ-Gruzppe (StudiVZ, SchuelerVZ, MeinVZ) eng verzahnt werden. Damit würde das Start-up Myspace Music kopieren. Auch das US-Netzwerk startete in den Vereinigten Staaten mit großem Erfolg ein eigenes Streaming-Angebot.

Sollte sich Holtzbrinck entschließen, den Musik-Dienst zu starten, ist Kolisch fast schon zum Erfolg verdammt. In der aktuellen Situation wird jeder Online-Schritt von Stefan von Holtzbrinck ganz genau beobachtet. Im Laufe der vergangenen drei Jahre investierte der 45-Jährige in über 50 Start-ups – bislang mit wechselndem Erfolg. So verriet Stefan von Holtzbrinck in einem Handelsblatt-Interview auf die Frage, ob er sich mit seinen bisherigen Web-Investitionen verhoben haben:  „Nein, wir sind im letzten Jahr trotz vielfältiger Herausforderungen mit unseren Internetmedien um 42 Prozent auf 250 Millionen Euro gewachsen. Unsere wesentlichen strategischen Beteiligungen, zu denen StudiVZ, Parship, myPhotobook und andere gehören, schreiben zusammengenommen schwarze Zahlen.“

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