Hoffnungsschimmer im Anzeigenmarkt

Die schlechte Nachricht: Auch im März verkauften und druckten die deutschen Publikumszeitschriften wesentlich weniger Anzeigen als im Vorjahresmonat. Die gute Nachricht: Im Februar lief es noch viel schlimmer. Betrug das Minus im Februar nämlich noch 23,1%, enthielten die in der Zentralen Anzeigenstatsitik (ZAS) ausgewiesenen Zeitschriften im März 17,8% weniger Werbung als ein Jahr zuvor. Ein Aufschwung ist damit zwar noch weit entfernt, doch zumindest ist der freie Fall offenbar zu Ende.

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Im gesamten ersten Quartal druckten die mehr als 400 in der Statistik erfassten Titel 38.942 Anzeigenseiten – im ersten Quartal 2008 waren es noch 46.638. Das Minus beträgt nach diesen ersten drei Monaten des laufenden Jahres also nun 16,5%. In den einzelnen Segmenten der ZAS regiert ebenfalls das Minus. Besonders bitter lief das Jahr bisher für die Aktuellen Zeitschriften und Magazine (-21,6%), die 14-täglichen Frauenzeitschriften (-25,8%), die IT- und Telekommunikationszeitschriften (-33,7%) und die Wirtschaftspresse (-31,4%). Für Lichtblicke sorgen lediglich die Supplements und die Jugendzeitschriften mit Mini-Zuwächsen von 0,6% bzw. 7,0%. Insbesondere die Jugendzeitschriften spielen mit insgesamt 334,6 gedruckten Anzeigenseiten aber keine extrem große Rolle im Werbemarkt.

Die Gewinner unter den Zeitschriften bestehen aus einer sehr bunten Mischung. Kein bestimmtes Segment hat sich besonders hervorgetan. Neben dem Supplement „rtv“ und dem Programmie „TV Klar“ taten sich auch der IVW-Aufsteiger „LandLust“, „Cicero“, Bauers Frauenmagazin „Maxi“ und der gerelaunchte „Prinz“ mit einem Plus bei den gedruckten Anzeigenseiten hervor:

Die größten Verlierer kommen fast allesamt aus den Segmenten der Computermagazine und der aktuellen Zeitschriften. So verloren die „Computer Reseller News“, der „Focus“ und der „stern“ mehr als 200 der im Vorjahr gedruckten Anzeigenseiten, „Wirtschaftswoche“, „Chip“ und „Spiegel“ folgen mit ebenfalls fettem Minus auf den weiteren Plätzen.

Um ein noch etwas klareres Bild zu liefern, zeigen wir Ihnen ein Ranking der 20 im Anzeigenmarkt wichtigsten Publikumszeitschriften. Als Basis dafür diente die Top 20 der Nielsen-Brutto-Werbeumsatz-Statistik des Jahres 2008. Aus diesen 20 Titeln konnten 2009 bisher nur die „ADAC Motorwelt“ und Supplement „rtv“ mehr Anzeigenseiten verkaufen und drucken, alle anderen verloren zum Teil heftig. Die Minuszeichen sind dabei wirklich dramatisch. So gingen den drei großen Wochenmagazinen „stern“, „Spiegel“ und „Focus“ zwischen 23,5% und 33,3% der Anzeigenseiten aus dem Vorjahr verloren, „Bunte“ und „Gala“ verloren 21,1% und 22,3%, und die großen Programmies „TV Movie“, „TV Spielfilm“ und „TV Digital“ 11,3%, 25,2% und 24,3%. Doch auch für die meisten dieser Titel gilt: Die März-Bilanz sieht etwas weniger negativ aus als die des Februars. Hoffen wir also, dass die Tendenz sich im April bestätigt und das Minus noch etwas kleiner wird.

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