Facebooks kosmetische Korrekturen

Und es bewegt sich doch: Das boomende Social Network kündigte in der Nacht zum Mittwoch an, Änderungen am kürzlich erfolgten Website-Relaunch vornehmen zu wollen. Damit geht Facebook auf die Proteste der Mitglieder ein. Die entscheidende Frage ist nur: Wie weit? Die Erfahrung zeigt, dass CEO Mark Zuckerberg in der Vergangenheit nicht zu besonders vielen Zugeständnissen bereit war. TechCrunch-Gründer Michael Arrington meint unterdessen, Facebook solle sich weniger um die User-Interessen kümmern.

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Und es bewegt sich doch: Das boomende Social Network kündigte in der Nacht zum Mittwoch an, Änderungen am kürzlich erfolgten Website-Relaunch vornehmen zu wollen. Damit geht Facebook auf die Proteste der Mitglieder ein. Die entscheidende Frage ist nur: Wie weit?  Die Erfahrung zeigt, dass CEO Mark Zuckerberg in der Vergangenheit nicht zu besonders vielen Zugeständnissen bereit war. TechCrunch-Gründer Michael Arrington meint unterdessen, Facebook solle sich weniger um die User-Interessen kümmern. 
Die Proteste über den jüngst erfolgten Relaunch waren so zahlreich wie nie. „Ändere nie ein gutes Layout!“, meinte ein Mitglied. „Unübersichtlich, viel zu Twitter-mäßig“, ein anderes. „Einfach halten, bitte das alte zurück“, schlug ein anderer Facebook Nutzer vor. Insgesamt 94 Prozent der Nutzer sprachen sich bis zum Anfang der Woche gegen den Relaunch aus.

Wieder einmal schlug also die Stunde der PR-Strategen, um den Super-GAU zu entschärfen. Das klang in der Praxis zunächst so: „Wir haben uns Euer Feedback angehört und machen einige Updates an unserer Homepage, die auf Euren Vorschlägen beruhen“, schrieb Mark Zuckerberg gestern. Begeisterung klingt anders.    

Drei Korrekturen: Live-Stream, Foto-Markierungen und Applikations-Auswahl

So überließ der Facebook-Gründer dann auch Produkt-Direktor Christopher Cox die ausführlicheren Erklärungen: „Mit den jüngsten Homepage-Veränderungen versuchen wir die richtige Balance zwischen dem zu finden, was gerade und was über einen längeren Zeitraum passiert. Wir wissen, dass Euch beides wichtig ist. Beides unter einen Hut zu bekommen, ist wichtig, damit das Produkt funktioniert.“
 
In der Praxis bedeutet das, dass Facebook drei wesentliche Anpassungen am Relaunch vornimmt oder vornehmen will:

• Der stark an Tweet erinnernde Live-Stream soll zum News-Ticker werden. Möglich wird das mit einem automatischen Update – Nutzer müssen den Browser nicht mehr aktualisieren

• Foto-Markierungen werden im Stream angezeigt. Die beliebte „Tagging“-Anzeige kehrt damit auf die Startseite zurück

• Mehr Auswahl-Möglichkeiten der Applikation-Anzeige. Die inzwischen vielen Tausend Kleinstprogramme von Facebook haben wesentlich zum Charme des Social Networks beigetragen. Aktuell werden jedoch nur noch Quizze in inflationärem Maße angeboten. Das soll sich künftig mit individuellen Auswahl-Möglichkeiten ändern.
 
Einige kosmetische Änderungen bereits sichtbar – beliebte Livestream-Einträge fehlen weiter

Kleine optische Anpassungen wurden an der unübersichtlichen Startseite in den Ressorts „Anfragen“ und „Höhepunkte“ vorgenommen. Immerhin: Facebook bewegt sich damit – ein wenig. Dennoch fehlen unterm Strich viele beliebte Nutzer-Aktivitäten wie Foto-Kommentare, neu hinzugefügte Freunde oder eine Veränderung des Beziehungsstatus. Von einer echten Zuwendung an die User-Interessen oder gar der Rückkehr zur alten Version kann daher kaum die Rede sein – den Livestream des „alten Facebooks“ gibt es weiterhin nur noch auf der Facebook-Applikation des iPhones.

Geht es nach TechCrunch-Gründer Michael Arrington, sollte sich Mark Zuckerberg am besten gar nicht um die Nutzer-Proteste scheren. „Die Sache ist doch die: Wenn man sich an den Usern orientiert, bekommt man Durchschnitt und Langweile. Man braucht einen Diktator, um das iPhone zu kreieren und  eine ganze Industrie umzukrempeln. Man stelle sich vor, Steve Jobs hätte anderen Leuten erlaubt, dies und jenes Feature zum Gerät hinzuzufügen“.

Guter Punkt. Michael Arrington scheint dabei jedoch eines zu vergessen: Mark Zuckerberg ist nicht Steve Jobs. Auch wenn er es vielleicht gerne wäre.

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