Anzeige

Personalrochaden bei DuMont?

Der Verkauf der deutschen Zeitungen der Mecom-Gruppe an den Kölner Verlag M. DuMont Schauberg ist perfekt, die Mecom-Aktionäre haben dem 152-Millionen-Euro-Deal zugestimmt. Und schon machen neue Personalspekulationen die Runde. Die „Süddeutsche Zeitung“ schreibt, dass Uwe Vorkötter, derzeit Chefredakteur der „Frankfurter Rundschau“, seinen alten Posten als Chef bei der „Berliner Zeitung“ übernehmen könnte. Möglicher Nachfolger bei der „FR“: Franz Sommerfeld vom „Kölner Stadt-Anzeiger“.

Anzeige

Ein Problem sei, so die „SZ“ weiter, dass Sommerfeld bei DuMonts Mitgesellschafter bei der „Frankfurter Rundschau“, der SPD-Medienholding DDVG, nicht besonders wohlgelitten sei. Hier gebe es noch Klärungsbedarf. Sollten sich die Sozialdemokraten mit der Personal-Rochade einverstanden erklären, könnte einer von Sommerfelds derzeitigen Stellvertretern, Lutz Feierabend oder Joachim Frank, den „Kölner Stadt-Anzeiger“ übernehmen.

Dafür, dass Vorkötter wieder zur „Berliner Zeitung“ zurückkehrt, gibt es in der Tat einige Indizien. So hat DuMont seine ehemalige Stellvertreterin Brigitte Fehrle von der „Zeit“ zurück zur „Berliner Zeitung“ geholt. Anfang kommender Woche soll sie dort die Redaktion kommissarisch leiten. Der verhasste Ex-Chef Josef Depenbrock hat sich bereits via E-Mail von seinen erleichterten Mitarbeitern verabschiedet. Da Fehrle die Redaktion nur kommissarisch leiten wird, ist davon auszugehen, dass Verleger Alfred Neven DuMont jemand anderen im Sinn hat für die „Berliner Zeitung“. Vorkötter hat dort einen guten Job gemacht und er fühlte sich auch mit der Stadt Berlin verbunden. Mehr als mit Frankfurt, wie man hört.

Brigitte Fehrle wurde von ihren ehemaligen Kollegen bei der Vorstellung der DuMonts in Berlin mit Applaus empfangen. Ein Teil der guten alten Zeit werde wiederkommen“, sagte Alfred Neven DuMont. Ob er damit auch Uwe Vorkötter meint, ließ er offen. Immerhin sagte der Alte, es stimme nicht, was über seine Pläne in den Zeitungen stehe, um gleich hinterher zu schieben: „Zumindest nicht zu diesem Zeitpunkt.“ Es scheint also noch Bewegung in der Personalien-Frage zu sein.

In einem großen Interview, das Alfred Neven DuMont der hauseigenen „Frankfurter Rundschau“ gewährte, sagte der große alte Mann der deutschen Zeitungslandschaft: „Die Arbeit ist schon verteilt. Wir wissen, wer sich hier im Haus um was in Berlin kümmern wird.“ Und: „Jede Zeitung wird ihren Chefredakteur behalten.“ DuMont erteilte damit den Spekulationen eine Absage, ein Chefredakteur könnte für mehrere Titel verantwortlich sein. Er vermied jedoch sich festzulegen, welcher Chefredakteur welchen Titel führen wird. Die Rückkehr von Uwe Vorkötter nach Berlin scheint also zumindest möglich. Vieles hängt nun vom Votum der DDVG ab, ob sie ihn aus Frankfurt ziehen lässt.

Anzeige

Dein Kommentar

Deine E-Mailadresse wird nicht veröffentlicht.

*

Anzeige