DuMont holt Heinen ins Berliner Boot

Am Dienstag stellte sich die DuMont-Führung den Mitarbeitern bei der „Berliner Zeitung“ und dem „Berliner Kurier“ vor. Einen neuen Gesellschafter hatte Verleger Alfred Neven DuMont nach Berlin mitgebracht: Helmut Heinen, der sich mit seinem Verlag mit 35 Prozent an den Titeln, die DuMont von der Mecom-Gruppe gekauft hat, beteiligt. Dies sei ein Höhepunkt seiner Karriere, so Heinen. DuMont und der Heinen Verlag sind bereits im Rheinland eng miteinander verbandelt.

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Der Heinen Verlag gibt die „Kölnische Rundschau“ heraus, deren Titel- und Verlagsrechte seit 1999 vom ehemaligen Konkurrenten DuMont gehalten werden. Diese Sonderkonstruktion ermöglicht es, dass in Köln die beiden lokalen Tageszeitungen quasi aus einer Hand kommen. DuMont ist zudem mit 20 Prozent direkt an der Verlagsgruppe Heinen beteiligt. Mehrheitsgesellschafter Helmut Heinen ist Herausgeber der „Kölnischen Rundschau“ und Mehrheitsgesellschafter seines Verlages. Außerdem ist er Präsident des Bundesverbandes der Deutschen Zeitungsverleger (BDZV).

Für DuMont hat die Verbreiterung der Gesellschafterbasis in Berlin und Hamburg nur Vorteile. Zunächst einmal wird das finanzielle Engagement aufgeteilt. DuMont hat für die ehemaligen Mecom-Titel „Berliner Zeitung“, „Berliner Kurier“, „Hamburger Morgenpost“, „Netzeitung“ sowie die Anzeigenzeitung „Berliner Abendblatt“ rund 152 Millionen Euro gezahlt. Davon trägt der Heinen Verlag nun exakt 35 Prozent, also rund 53 Millionen Euro. Zum anderen ist das Engagement DuMonts in Berlin durch die Person Helmut Heinens exzellent mit dem Zeitungsverleger-Verband vernetzt. Für Heinen selbst bedeutet das Engagement in Berlin und Hamburg eine große neue Herausforderung. Er selbst bezeichnete den Schritt vor der versammelten Berliner Verlagsmannschaft als Höhepunkt seiner Verleger-Tätigkeit.

Heinen selbst wird im publizistischen Beirat des Presse- und Medienhauses Berlin, wie Mecoms ehemalige Deutsche Zeitungsholding nun heißt, sitzen. Darüber hinaus gehören Verleger Sohn Konstantin Neven DuMont und Peter Pauls, der Redaktionsbeauftragte von DuMont und langjährige Vertraute des Alt-Verlegers Alfred Neven DuMont, dem Gremium an. Helmut Heinen wird zusätzlich auch im Verwaltungsrat von PMB sitzen, neben Christian DuMont Schütte (Vorsitzender) und dem ehemaligen DuMont-Geschäftsführer Heinz Kiegeland. Das Kartellamt muss die Beteiligung des Heinen Verlags noch absegnen, aber da spricht eigentlich nichts dagegen.

„Wir sind nicht hier, um Geld zu verdienen“, sagte Verleger Alfred Neven DuMont den versammelten Mitarbeitern in Berlin. Das hatte er in einem Interview in der „Frankfurter Rundschau“ jüngst schon einmal gesagt, um dort gleichwohl hinterher zu schieben, dass „die Firma“ ja aber „ein bisschen“ Geld wolle. Die Botschaft an die Belegschaft kam aber an: Bei DuMont gehe es nicht darum die Zeitungen auszupressen, wie unter David Montgomery. Die Mitarbeiter quittierten die Vorstellung der neuen Herren im Hause mit freundlichem Applaus.

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