Attac-Protest mit gefälschter „Zeit“

Am Samstag verteilten die Attac-Aktivisten in über 100 Städten eine gefälschte Version der „ Zeit“. Die Fake-Ausgabe trägt das Datum 1. Mai 2010 und beschreibt eine mögliche Zukunft, wie sie sich die Aktivisten wünschen. Der Hamburger-Verlag ist von der Aktion wenig begeistert: „Eine Fälschung der ZEIT – Print wie Online – können wir natürlich niemals billigen, insbesondere nicht in dieser guten Qualität“, sagte „Zeit“-Geschäftsführer Rainer Esser gegenüber MEEDIA.

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Weiter sagte der Verlagsmanager: „Dass Attac gerade „die Zeit“ ausgesucht hat, um diese Aktion zu starten, verwundert nicht. Schließlich gibt es keine größere überregionale Qualitätszeitung. Ob „die Zeit“-Leser allerdings gutheissen, was Attac mit ihren Spendengeldern macht, vermag ich nicht zu beurteilen.“ In einer offiziellen Stellungnahme, die die „Zeit“ Stunden später veröffentlichte, schreibt Online Chefredakteur Wolfgang Blau, dass der Verlag von rechtlichen Schritten absegeb will.
Insgesamt sollen alleine am heutigen Samstag 150.000 Exemplare der falschen Zeitung verteilt werden. Darüber hinaus wird das Plagiat der „taz“-Montagsausgabe beiliegen. Stolz heißt es auf der Attac-Webseite: „Wer kein Exemplar ergattern konnte – kein Problem: Sämtliche Artikel und mehr sind auch in unserer Online-Ausgabe zu finden“. Unter Die-zeit.net haben die Globalisierungsgegner die Homepage der Wochenzeitung Nachgebaut.
Allerdings hat die gefälschte Homepage seit den frühen Morgenstunden große Probleme. Es scheint, als ob der Server vom Besucheransturm überlastet sei.

 
Zu den Autoren der gefälschten Ausgabe gehören der Journalist und Buchautor Harald Schumann („Der globale Countdown“), der Wirtschaftsjournalist Lucas Zeise oder der Kabarettist Matthias Deutschmann.

Die Globalisierungsgegner kopieren mit ihrer Kampagne eine Aktion der amerikanischen Gruppe „The Yes-Men“. Diese hatte im November 2008 eine gefälschte „New York Times“ veröffentlicht. Die US-Zeitung verkündete das Ende des Irakkrieges, George W. Bush wurde wegen Hochverrats angeklagt und Condoleezza Rice entschuldigte sich öffentlich für ihre Lügen über den Irakkrieg.

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