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US-Trend: Werbung auf dem Cover

Alle reden über die Zeitungskrise. Dabei wird leicht übersehen, dass es den Zeitschriften nicht viel besser geht. Bei den meisten Magazinen gehen Auflagen und Anzeigengeschäft kontinuierlich zurück, häufig jährlich sogar im zweistelligen Prozentbereich. Wie die Zeitungen kämpfen auch die Zeitschriften ums nackte Überleben. Verständlich, dass man in solchen Zeiten alles probiert. Der jüngste Trend in den USA ist es dabei, Werbung direkt auf der Titelseite zu integrieren.

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Alle reden über die Zeitungskrise. Dabei wird leicht übersehen, dass es den Zeitschriften nicht viel besser geht. Bei den meisten Magazinen gehen Auflagen und Anzeigengeschäft kontinuierlich zurück, häufig jährlich sogar im zweistelligen Prozentbereich. Wie die Zeitungen kämpfen auch die Zeitschriften ums nackte Überleben. Verständlich, dass man in solchen Zeiten alles probiert. Der jüngste Trend in den USA ist es dabei, Werbung direkt auf der Titelseite zu integrieren.
Wie das aussieht, zeigt der April-Titel der Zeitschrift „Parent & Child“. Dort erscheint in der unteren rechten Ecke, dezent layoutet, Werbung für einen Foto-Service mit Namen „Smilebox“:

Um auf die Cover-Page zu kommen, hat Smilebox ein Anzeigenpaket über mehrere Ausgaben im Werte von 154.000 Dollar kaufen müssen. Wie der Parent & Child-Verlag mitteilt, will man die Titelseite auch in Zukunft nur im Paket mit Werbung im Heft anbieten. Für die Mai-Ausgabe hat man bereits einen entsprechenden Deal mit Nestle abgeschlossen. 
Etwas dezenter als Parent & Child ist das Männer-Magazin „Esquire“ vorgegangen. Im Februar war dort ein Teil des Obama-Titelbildes aufklappbar. Auf der Rückseite dieser Klappers gab es Werbung für den Discovery-Channel. Das sah so aus: 

Für diese Werbung hat der Hearst-Verlag, der Esquire herausbringt, einen Paket-Preis von 250.000 Dollar kassiert. Enthalten war darin auch eine Anzeige im Heftinneren. Allerdings dürfte die Herstellung des Titel-Klappers nicht billig gewesen sein. Im Juni will Esquirer dieses Experiment wiederholen. Diesmal will man ein „Pull Tab“ auf dem Titel integrieren. Auf einen aufziehbaren Streifen soll eine Werbung für BMW stehen. 
Wie immer, wenn neue Wege beschritten werden, gibt es Bedenkenträger. Und die kommen in diesem Fall von Seiten des Verbandes. Eigentlich schreibt nämlich die American Society of Magazines Editors (ASME) vor, dass Zeitschriften-Titel doch bitte schön werbefrei sein sollen. In den Richtlinien heisst es: “The front cover and spine are editorial space. Companies and products should appear on covers only in an editorial context and not in a way that suggests advertisement”.  

Erstmals Werbung auf der Titelseite aufgenommen hat seit kurzem auch die New York Times. “Display Ads” nennt die Zeitung dabei in ihrer Ankündigung den unteren Streifen, den man für Werbung reserviert. Und das sieht so aus:


Meine Meinung: Die Verlage tun sicherlich gut daran, neue Wege zu gehen, um für die werbungstreibende Wirtschaft attraktiver zu werden. Die Zeiten sind einfach zu hart, als dass man lange Diskussionen über althergebrachte Konventionen führen sollte. Natürlich müssen die Verlage behutsam und mit Fingerspitzen-Gefühl vorgehen. Aber alle 3 Fälle – “Parent & Child”, “Esquire” und “New York Times” – zeigen, wie man geschickt Werbung auf der Titelseite integrieren kann. Wenn die Verlage so Arbeitsplätze retten können, wären sie dumm, diese Chance nicht  zu nutzen – auch in Deutschland!

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