Yahoo: spektakulärer Strategiewechsel

Drei Buchstaben: YOS. Und – vielleicht – ein neuer Anfang. Denn was sich hinter YOS, der „Yahoo Open Strategy“, verbirgt, könnte für den angeschlagenen Konzern die Kehrtwende bedeuten: Yahoo öffnet sein Portal für externe Inhalte und Anwendungen und will so, kraftvoll, wieder ins alte Fahrwasser zurück. Denn irgendwann einmal, da stand Yahoo nicht nur für Grabenkämpfe im Aufsichtsrat, sinkende Aktienkurse und Übernahmegerüchte, sondern für Innovation, Kreativität und Tatendrang.

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Was das Unternehmen aus Sunnyvale am vergangenen Wochenende bekannt gab, dürfte User wie Anleger nun wirklich erfreuen: Die angeschlagene Web-Fima startet mit YOS eine umfassende Strategie zur Öffnung seiner Website. So kann man in Zukunft etwa von dem Yahoo-Portal aus in Musik-Stores von Konkurrenten wie Apple oder Amazon online shoppen. Oder einen Film bei Netflix, dem größten US-Videoverleiher im Netz, bestellen.

Die Website soll dafür in den kommenden Monaten sukzessiv umgebaut werden. Welche Inhalte auf die Site wandern sollen, darüber entscheidet Yahoo selbst – „auf Basis der Nutzerwünsche“, versteht sich. Per Widgets werden sich dann viele externe Dienste einbetten lassen. Auch das Yahoo-Mailprogramm wird für externe Anwendungen geöffnet. Und sogar für User, die keinen Yahoo-Account haben, soll sich das Portal angeblich öffnen.

Endlich – so denkt man – positive Nachrichten aus der Konzernzentrale. Zuletzt sind Yahoos Kreativ-Manager in Scharen zur Konkurrenz geflüchtet, Firmengünder Jerry Yang galt in seiner Funktion als CEO als gefährdet. Die „Yahoo Open Strategy“, die zwar schon seit April als Schlagwort immer wieder aufkam, soll nun neben Usern und Werbekunden dem Unternehmen auch neues Selbstbewusstsein zurückbringen. Yahoos CTO Ari Balog unterstrich während eines Pressegesprächs die Bedeutung der Öffnung: „Es zeigt, dass Yahoo wirkliche Innovationen vorantreiben will.“

Passenderweise gab der Konzern seine vielen Neuerungen während des „Open Hack 2008“ bekannt: Auf dem Event entwickelten mehr als 300 Programmierer neue Anwendungen für Yahoo. Jung, frech, und extrem cool, wie Hacker eben sind – so wollte sich Yahoo am vergangenen Wochenende der Öffentlichkeit präsentieren. Und Konkurrenten wie Google und Facebook zeigen, dass man mit Yahoo durchaus noch rechnen muss.

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