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Vanity Fair: keine Experimente mehr

Der Online-Auftritt des Condé Nast-Magazins „Vanity Fair“ hat nach 16 Monaten eine Frischzellenkur bekommen. Die Neuerungen sind dezent: An den markanten Erkennungsmerkmalen wie der eigenwilligen dreispaltigen Optik und dem Aufmacherbild auf der linken Seite hat man nicht gerüttelt. Weggelassen wurden dagegen die Tag-Clouds und die Fact-Clouds. Neu dazugekommen sind User-Foren, drei frische Blogger, die Video-Rubrik und eine bessere Navigation. Gesamteindruck: elegant und leserfreundlich.

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Das wurde aber auch mal Zeit: Dank des überarbeiteten Layouts muss man nicht mehr im Labyrinth der Lifestyle-Happen herumirren. Woran liegt das? Die Erklärung ist simpel: Es gibt neuerdings eine horizontale Navigationsleiste – der übliche Standard. Von den eigenwillig-experimentellen Anfängen, die eher das ungewöhnliche Design als den Leser im Blick hatten, ist man zum Glück abgekommen. Die neue Leiste bietet zehn Klickmöglichkeiten: dazu gehören unter anderem die drei Ressorts Gesellschaft, Stil und Kultur sowie Extra-Angebote wie Vanity Faces – eine Promi-Datenbank, die gemeinsam mit dem Munzinger-Archiv betrieben wird sowie die Rubrik Gewinnspiele und das Element „Foren“.

Zwar lässt der Auftritt immer noch keine Leser-Kommentare zu, doch immerhin hat man sich zu einem Zugeständnis an das Web 2.0 und damit an die Leser entschlossen. Als ausgelagerte Meinungsplattform zu allen Themenbereichen dient ein Forum, das langfristig zur Community ausgebaut werden soll.

Bei den anderen Neuerungen hat man sich überwiegend an bewährten Standards orientiert: Das überdimensional große Aufmacherbild ist nicht mehr statisch, sondern zeigt in einer Slideshow vier wechselnde Titelthemen; zum Beispiel ein Interview mit Penélope Cruz über ihre erotische Hauptrolle in der aktuellen Phillip Roth-Verfilmung „Elegy oder die Kunst zu lieben“.

Hinzugekommen bei Vanity Fair Online ist auch eine Video-Rubrik, die mittlerweile in fast jedem  redaktionellen Angebot Usus ist. Gezeigt werden derzeit 74 Beiträge, davon Sequenzen von der Berliner Fashion Week, Highlights aus Cannes oder (exklusiv) der verbotene Calvin-Klein-Werbespot aus den USA, der Eva Mendes in angeblich zu verführerischen Posen zeigt.  Aufsehen erregend ist das Angebot bisher nicht – dafür kommt es inhaltlich zu uninspiriert daher.

Neben den Videos sind unter dem überarbeiteten Online-Dach von Vanity Fair Online auch drei neue Blogger beheimatet. Joscha Bach schreibt unter dem Titel „L’homme machine“ über Web- und Techniktrends, Politikjournalist Jost Kaiser kommentiert das politische Geschehen im In- und Ausland und Konrad Kolomasnik beschäftigt sich in seinem Blog „Trachtprügel“ mit Stil- und Geschmacksfragen.

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