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Twitter: die wahre und die echte „Mopo“

In den deutschen Medien-Twittercharts belegt die „Mopo“ mit 856 Followern und 57 Updates Platz 22. Einziges Problem: Hinter dem Namen und Logo der „Hamburger Morgenpost“ verbirgt sich nicht die echte Boulevard-Zeitung. Das Hamburger Original mied bislang den Mircoblogging-Dienst – bis jetzt. Da es den Hamburgern immer noch nicht gelungen ist, den falschen Zwitscherer zu identifizieren, muss sich die Redaktion aber mit dem kompliziert User-Namen „Mopohamburg“ begnügen.

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Der Zwist zwischen der echten und der falschen „Mopo“ schwelt schon länger. Bereits im April 2008 kämpften die Hamburger gegen den Account-Piraten. Während sich die Chefredaktion, die Redaktion und die damalige Mopo-Mutter, der Berliner Verlag bzw. Mecom-Gruppe, in schwierigen Sparverhandlungen befanden, zwitscherte der Fälscher ein paar 140-Zeichen-Störmanöver à la: „Die Tagesplanung wurde geändert. Aus Berlin zieht ein Sturm auf, dessen Auswirkungen wir noch lange spüren werden.“

Die kleinen Tweets sorgten kurzzeitig für so viel mediales Aufsehen, dass sich Chefredakteur Frank Niggemeier genötigt sah, klar zu stellen: „Diese Mopo-Nummer auf Twitter ist ein reines Privatvergnügen und hat mit der Redaktion offiziell nichts zu tun.“ Auch wenn daraufhin der oder die Fälscher immer wieder schrieben, sie würden den Account bald an die eigentlichen Besitzer übergeben, passierte nicht. Gerüchteweise war immer wieder die Rede davon, dass der Fälscher aus betriebsratnahen Kreisen stammen könnte.

Jetzt entschloss sich die Boulevard-Zeitung, nicht mehr auf die Konto-Übergabe zu warten, sondern nahm sein Twitter-Glück selbst in die Hand, zwitscherte einfach unter Mopohamburg los. Noch sucht die Redaktion ihre eigene Tonalität. So gibt es alberne Postings wie „ Wer zwitschert „Jüpp! Djüp-rüp-rüp!“???“, krawallig lustige wie „Hamburgs #Weihbischof #Jaschke plädiert für tabulosen Umgang mit dem Thema #Kondome: http://tinyurl.com/d3xh4l Na Gott sei Dank…“ oder seriöse Meldungen wie „Möglicherweise hat sich eine Forscherin des Hamburger #Tropeninstituts mit dem #Ebola Virus infiziert: http://tinyurl.com/cek5f8“

Seit dem zehnten März ist Mopohamburg online. Seite dem zwitscherte die Redaktion 48 Updates. Bislang folgen den Hanseaten 100 Twitterern, selbst liest man die Statusmeldungen von 92 Nutzern.

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