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Telekom: Journalisten via Handy verfolgt

In der Spitzelaffäre der Telekom kommen täglich neue ungeheuerliche Vorgänge ans Licht. Nach Infos von „SZ“ und „Spiegel Online“ soll eine Firma mit Hilfe von Handy-Daten sogar Bewegungsprofile von Journalisten und Aufsichtsräten erstellt haben. So sollte ermittelt werden, wann und wo sich Journalisten mit Informanten aus dem Aufsichtsrat treffen. Die Staatsanwaltschaft hat Büros und Wohnungen von Telekom-Mitarbeitern durchsucht. Auch René Obermanns Büro war dabei.

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Allerdings hat die Staatsanwaltschaft betont, dass gegen keinen derzeit aktiven Vorstand ermittelt werde, auch nicht gegen Obermann. Die Durchsuchung seines Büros sei Routine gewesen. Gegen den früheren Vorstandschef Kai-Uwe Ricke und gegen den langjährigen Aufsichtsratschef Klaus Zumwinkel wird allerdings ermittelt. Die Spitzel-Aktionen fielen größtenteils in die die Amtszeit der beiden Manager in den Jahren 2005 und 2006.

Die Staatsanwaltschaft sagte gegenüber „Spiegel Online“, die Anweisung zu den Ausspähungen sei aus dem Umfeld von Ricke und Zumwinkel gekommen. Soviel scheint festzustehen. Fraglich ist aber offenbar, ob diese Anweisung auch eine Aufforderung zu illegalen Handlungen eingeschlossen hat. Auch Bank-Daten sollen von der Telekom über eine Detektei ausgespäht worden sein. „Spiegel Online“ und „SZ“ berichten übereinstimmend, dass mindestens einmal eine Rechnung für Spitzeldienste direkt über das Vorstandsbüro abgewickelt wurde. Die Rechnung über knapp 360.000 Euro datiert auf den 23. November, kurz nach Amtsantritt von René Obermann. Der beteuert indes, nichts von dieser brisanten Rechnung gewusst zu haben. Sein Terminkalender sei in jenen Tagen „überbordend voll“ gewesen.

Der Deutsche Gewerkschaftsbund und Arbeitnehmervertreter im Telekom-Aufsichtsrat haben mittlerweile angekündigt, Strafanzeige gegen die Telekom und gegen Unbekannt zu stellen. Grund: Bisher wurde bekannt, dass vor allem die Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat  überwacht wurden.

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