Technorati-Studie: Blogs sind Mainstream

Seit vier Jahren eine Institution. Im Herbst 2004 veröffentlichte die amerikanische Blogsuchmaschine Technorati ihre erste Analyse „State of the Blogophere“. Jetzt ist es wieder soweit und der neue Report ist endlich online. Die zwei wichtigsten Schlüsselfakten: Die Web-Journale sind mittlerweile ein globales Massenphänomen, die aber möglicherweise ihre beste Zeit schon hinter sich haben. Denn die Anzahl der geschriebenen Beiträge sinkt.

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Die Blog-Suchmaschine Technorati kannte im Juni 2008 (Stand der Studie) über 133 Millionen Blogs und beobachtete, dass die meisten Autoren bereits seit rund drei Jahren regelmäßig im Web veröffentlichen. „Bloggen ist ein echtes globales Phänomen. Wir verfolgen mittlerweile Weblogs in 81 Sprachen“, schreiben die Verfasser der Studie.

Ein zweites Ergebnis der Untersuchung malt dagegen ein eher düsteres Bild. Denn innerhalb der letzten 120 Tage wurden lediglich 7,4 Millionen Postings veröffentlicht. In der vergangenen Woche waren es 1,5 Millionen und in letzten 24 Stunden rund 900.000 Einträge. Im Jahr 2007 waren es noch 1,5 Millionen Postings, die innerhalb eines Tages online gingen.

Auch die durchschnittlichen Besucherzahlen sind eher enttäuschend. So kommt die Analyse – jedoch nur für die USA – auf einen Wert von 600 Unique Visitors pro Blog und Tag.

Die Studie beschäftigt sich auch mit der Lebenssituation der Blogger. Technorati stellt fest, dass 56 Prozent aller US-Autoren einen Fulltimejob haben und 75 Prozent über einen College-Abschluss verfügen. Das durchschnittliche Haushaltseinkommen der Web-Schreiber liegt bei über 75.000 Dollar. „Ich weiß zwar nicht, wie das funktionieren kann, aber das Bild des alten Nesthockers, der noch bei seinen Eltern im Keller wohnt und bloggt, ist völlig unrealistisch“, schreibt Marshall Kirkpatrick von ReadWriteWeb.

Technorati ist eine der größten „Echtzeit-Suchmaschinen für Blogs“, sie scannt Blogs und war lange Zeit für die Blogosphäre ein ähnliches Zentrum wie Google für das World Wide Web. Seit rund 1,5 Jahren steckt das Unternehmen jedoch in einer Krise. Es gelingt dem Management-Team – auch unter dem neuen CEO Richard Jalichandra – nicht, ein tragfähiges Geschäftskonzept zu entwickeln. In der US-Presse wird das Unternehmen als „once great“ bezeichnet. Dennoch bietet die Seite noch immer die mit Abstand beste Blog-Suchmaschine, und auch die statistischen Daten gelten als die Reverenz-Angaben, an denen sich jedes Blog messen lassen muss.

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