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Springers Frauenportal stürzt ab

Das französische Frauenportal "auFeminin.com", an dem der Springer-Verlag zu mehr als zwei Dritteln beteiligt ist, scheint finanziell angeschlagen zu sein. Seit Dienstag dieser Woche fiel dessen Aktienkurs an der Pariser Börse von rund 22 Euro auf 13,80 Euro. Ursache ist die schlechte Nachricht vom Gewinneinbruch um rund 30 Prozent im ersten Quartal 2008. Damit erreicht den leidgeprüften Springer-Chef Mathias Döpfner ausgerechnet im Bereich der Internetaktivitäten eine neue Hiobsbotschaft.

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Der Verlag hatte 2007 für auFeminin in einem ersten Schritt 32 Euro je Aktie gezahlt, insgesamt 116,8 Millionen Euro. Später erhöhte Springer seinen Anteil auf rund 280 Millionen Euro und hält seither mehr als zwei Drittel an dem Frauen-Portal, das 2007 noch einen Gewinn vor Zinsen und Steuern von 22,5 Millionen Euro erzielte.

Nach der Insolvenz des Brief- und Logistikunternehmen „Pin-Group“, die Springer 2007 mehr als eine halbe Milliarde Euro kostete und einen Fehlbetrag in der Jahresbilanz von 288,4 Millionen Euro verursachte, hatte Döpfner auf der kürzlich stattgefundenen Aktionärs-Hauptversammlung Konsequenzen angekündigt. Der Konzern werde sich künftig auf Digitalisierung und Ausland konzentrieren – auf Geschäftsfelder also, „die von politischen Entscheidungen unabhängig sind“. Und die schon heute rund 20 Prozent seines Umsatzes ausmachen.

Die aktuellen Verluste von auFeminin sind nach Angaben der französischen Tageszeitung „la Libération“ auf bisher offenbar unrentable Neuinvestitionen. Mit dem Wohl oder Wehe von auFeminin steht nun eine Investition von mehr als einer Viertel-Milliarde Euro auf dem Spiel. Dabei hatte noch vor wenigen Wochen Andreas Wiehle, Vorstand Zeitschriften und Internationales, behauptet, auFeminin.com sei „das prozentual rentabelste Angebot im gesamten Springer-Konzern“.

Doch das nächste potentielle Millionengrab wäre nicht nur für Wiehle eine Katastrophe. Vor allem das Renommee Döpfners ist ernsthaft gefährdet. Das uneingeschränkte Vertrauen in die Entscheidungen des Springer-Chefs war bereits durch die gescheiterte Übernahme von „ProSiebenSat.1“ und das „Pin-Group“-Debakel erschüttert worden. Noch hält Friede Springer, die Witwe des Verlagsgründers und Mehrheitsaktionärin, zu Döpfner.

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