Spiegel.de: 400.000 neue Nutzer im Oktober

Die neuen Google-AdPlanner- Zahlen zeichnen in der Nachrichtenbranche ein interessantes Bild. In Krisenzeiten scheinen nämlich vor allem traditionsreiche Marken zu profitieren. So verzeichneten "Spiegel Online", "FAZ.net" und "Tagesschau.de" im Oktober starke Besucherzuwächse. Die einzigen Verlierer sind hingegen Internet-Eigenmarken: "DerWesten", "netzeitung.de" und "zoomer.de". Sie büßten als einzige der 30 populärsten News-Websites ein.

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Am Donnerstag haben wir mit Hilfe der aktuellen Google-AdPlanner-Zahlen bereits einen Blick auf die populärsten Websites Deutschlands geworfen, hier soll es nun also detailliert um die erfolgreichsten Nachrichten-Angebote gehen. Die wichtigste Erkenntnis haben wir erwähnt: Die Nutzer scheinen in der Finanz- und Wirtschaftskrisenzeit Websites mit traditionsreichen Print- oder TV-Marken im Hintergrund gegenüber neueren Angeboten vorzuziehen, wenn sie sich informieren wollen. „Spiegel Online“ legte laut Google AdPlanner in den vier Wochen des Wertungszeitraums Mitte September bis Mitte Oktober um 400.000 Unique Visitors zu und baute den Vorsprung auf „Bild.de“ und „Focus Online“ mit nun 4,60 Mio. Nutzern pro Monat deutlich aus. Klar zugelegt haben auch „FAZ.net“ und „Tagesschau.de“ mit einem Plus von je 200.000 Nutzern bzw. 18,2%. Daneben ist bei den AdPlanner-Zahlen das zu erkennen, was schon die IVW gezeigt hat: Websites mit Schwerpunkt auf Finanz- und Wirtschaftsnachrichten boomen derzeit. „manager-magazin.de“ gewann 94,9% und schoss damit mitten in die Top 15, „FTD.de“ und „Handelsblatt.com“ gewannen mit 37,0% und 31,9% ebenfalls deutlich.

Die drei einzigen Verlierer der News-Top-30 heißen in Deutschland im Oktober „DerWesten“, „netzeitung.de“ und „zoomer.de“. Das sind gleichzeitig die drei einzigen der 30 Websites, die entweder keine Print- oder TV-Mutter im Hintergrund haben oder deren Marke – wie bei „DerWesten“ – nicht direkt auf ein Print-Produkt verweist, sondern explizit für das Netz geschaffen wurde. Auch wenn die Gründe für diese Entwicklung vielfältiger sind, so ist der Trend doch erstaunlich: Traditionsmarken legen zu, modernere Netzmarken verlieren. Bei Informationen vertrauen die Nutzer in schwierigen Zeiten also offenbar dem, was sie seit Jahrzehnten kennen.

Immerhin zwei der 30 Websites stammen nicht aus Deutschland, sind hierzulande aber dennoch so populär, dass sie es in das Ranking geschafft haben: „CNN.com“ belegt mit 270.000 Unique Visitors in Deutschland Platz 25, die Website der „New York Times“ mit 240.000 Rang 29. Hier spielt sicher auch der US-Wahlkampf eine Rolle. Bei der nächsten Aktualisierung der AdPlanner-Zahlen in drei bis vier Wochen dürften „CNN“ und „New York Times“ wegen des Wahltages, der dann in den Wertungszeitraum fällt, noch weiter oben platziert sein. Eine weitere Nachrichten-Website aus dem Ausland hat den Sprung in die Top 30 übrigens knapp verpasst: „derStandard.at“ aus Österreich belegt mit 220.000 Nutzern in Deutschland Platz 31.

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