ProSiebenSat.1: Wieder Ärger mit Rabatten

Die Probleme für die angeschlagene Senderkette ProSiebenSat.1 Group reißen einfach nicht ab. Wie die „Financial Times Deutschland“ berichtet, sind beim Kartellamt Beschwerden wegen des neuen Rabattmodells der TV-Gruppe eingegangen. Das Kartellamt bestätigt die Beschwerden, will aber noch prüfen, ob es ihnen nachgeht. Unter anderem wegen dem neuen Rabattmodell hat ProSiebenSat.1 im vergangenen Jahr rote Zahlen geschrieben.

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Sowohl die ProSiebenSat.1 Group als auch der Marktführer RTL Group waren 2007 vom Kartellamt dazu verdonnert worden, ihre alten Rabattmodelle zu ändern. Die alten Rabatt-Gepflogenheiten behinderten den Wettbewerb und benachteiligten kleinere Sender, hieß es. Das Kartellamt verhängte darum eine Strafe von 216 Millionen Euro an die Vermarktungs-Organisationen der beiden Sendergruppen. Während man sich bei RTL recht schnell den Vorgaben des Kartellamtes und Kundenwünschen anpasste, knirschte es bei ProSiebenSat.1.

Der damalige Vermarktungs-Vorstand Peter Christmann wollte vollständig auf die umstrittenen Frei-Spots verzichten. Das kam bei der Kundschaft nicht gut an und die Werbe-Buchungen gingen drastisch zurück. Christmann musste seinen Hut nehmen und die ganze Gruppe geriet nicht zuletzt wegen des verkorksten Rabatt-Modells 2008 in die roten Zahlen. Das Modell wurde zwar bereits zur Jahresmitte 2008 vom neuen Marketing-Vorstand Klaus-Peter Schulz nachgebessert, da waren die ganzen Werbe-Budgets für das Jahr aber bereits verteilt. Der Anteil von ProSiebenSat.1 am deutschen TV-Werbemarkt sank von 43,5 auf 41,1 Prozent.

Aufgrund der Wirtschaftskrise verlangen werbungtreibende Unternehmen immer höhere Rabatte, was die Sender stark unter Druck setzt. Einerseits gilt es, Marktanteile zu halten und auszubauen, andererseits wollen und dürfen sie ihre Werbung nicht zum Dumpingpreis verschleudern – das wäre auch wieder gegen das Wettbewerbsrecht. Klaus-Peter Schulz, Marketingvorstand bei ProSiebenSat.1, hat den Vorwurf, zu hohe Preisnachlässe bei Werbung zu gewähren, jüngst bereits von sich gewiesen. „Das Thema Rabattschlacht können sie als Wintermärchen abhaken. Wir werden den Wert unserer Marke nicht zerstören“, zitiert ihn die „FTD“.

Das Kartellamt hat angekündigt, zu prüfen ob und wie man sich den neuerlichen Beschwerden annehmen möchte. Die Zeit des Zitterns ist für ProSiebenSat.1 noch nicht vorbei.

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