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Obama: Ins Oval Office ohne Blackberry

Nicht Hillary Clinton ist vielleicht das größte Opfer seiner Präsidentschaft: Barack Obama muss wohl künftig auf seinen heiß geliebten Blackberry verzichten. Grund dafür sind die verschärften Sicherheitsstandards im Weißen Haus. Was würde passieren, wenn das populäre Smartphone des gewählten Präsidenten gehackt oder manipuliert wird? Fieberhaft verhandelt Barack Obama mit dem Secret Service nach einer Lösung aus dem Kommunikationsdilemma.

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Auch das ist Amerika: Da profiliert sich Barack Obama mit einem beispiellosen Online-Wahlkampf zum ersten veritablen Internet-Präsidenten, der die Vorzüge des Mediums in Perfektion zu nutzen versteht – und dann droht er just von dieser Informationsquelle abgeschnitten zu werden.

In allererster Linie von seinem liebsten Spielzeug, zu dem Obama eine leidenschaftliche Abhängigkeit auch öffentlich zelebriert hat: Dem Blackberry, der wegen seines Suchtpotenzials auch gerne als „Crackberry“ bezeichnet wird.   

Leben ohne Blackberry: „Als Präsident muss ich die Isolation durchbrechen, die mich umgibt“

Für den gewählten Präsidenten, der in 52 Tagen das Oval Office an der Pennsylvania Avenue bezieht, ist das vielleicht die größte Umstellung zu seinem prä-präsidialen Leben: „Das ist ein Problem„, gab Obama im Gespräch mit ABC-Moderatorin Barbara Walters zu. „Als Präsident muss ich die Isolation durchbrechen, die mich umgibt“, erklärte der 47-Jährige.

„Ich versuche herauszufinden, wie ich außerhalb der 10, 12 Leute, die mein Büro im Weißen Haus umgeben, an relevante Informationen komme. Ich glaube, das Letzte, was die Leute brauchen, ist ein Präsident, der den Bezug zu den Menschen und ihrem Alltag verliert“, zeigt sich Obama besorgt.

Hackerverwundbarkeit und „Presidential Records Act“
als Hinderungsgründe

Genau das jedoch könnte passieren, wenn Obama seinen heiß geliebten Blackberry abgeben muss. Das nämlich steht dem gewählten Präsidenten offenbar bevor. Zu hoch sind die Sicherheitsrisiken, die das beliebte Kommunikationsmedium umgeben: Ein Hackerangriff auf den E-Mail-Account des mächtigsten Mannes der Welt und der Sicherheits-GAU wäre perfekt.

Doch es gibt auch einen zweiten Grund. So sieht nämlich der „Presidential Records Act“ vor, dass jeder Schriftwechsel des Präsidenten lückenlos dokumentiert und der amerikanischen Öffentlichkeit später präsentiert wird. Im Falle des hyperaktiven Obamas, der den Sieg seiner Lieblingsbaseball-Mannschaft schon mal mit einem effizienten „Sox!“ kommentiert, könnten schnell dahergeschriebene Mails im SMS-Stil im Nachhinein ziemlich unvorteilhaft wirken.

Ausweg aus dem Blackberry-Dilemma: „Ich befinde mich in Verhandlungen mit dem Secret Service“
 
Also was tun? Eine Möglichkeit besteht darin, dass Obama in seiner Administration einen „Blackberry-Beauftragten“ installiert, der den Demokraten permanent auf jedem Laufenden hält und über den er die Kommunikation abwickelt. Für den mächtigsten Mann der Welt wirkt eine solche Konstruktion jedoch absurd kompliziert.

Wahrscheinlicher also, dass Obama doch nach einem Weg sucht, den Blackberry ins Oval Office zu bekommen. „Ich befinde mich in Verhandlungen mit dem Secret Service, den Anwälten und dem Stab des Weißen Hauses“, ließ der 47-Jährige gestern im Gespräch mit Barbara Walters durchblicken.  

Kaum vorstellbar schließlich, dass Obama doch etwas mit dem Vorgänger George W. Bush verbinden könnte, der vor Amtsantritt seine private Korrespondenz über das Web einstellte. „Das macht mich traurig. Ich habe mich gerne mit jedem von Euch unterhalten“, schickte Bush jr. im Januar 2001 seine letzte Mail über den AOL-Account an Verwandte und Kollegen. Sollte Obama sich aber tatsächlich doch von seinem Lieblingsspielzeug trennen müssen, ist ihm selbst dieser Entzug zuzutrauen.  Erst mit Beginn des Präsidentschaftswahlkampfes hatte sich Obama erfolgreich das Rauchen abgewöhnt.

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