Icahn und Yahoo rauchen Friedenspfeife

Yahoo und der "Firmenjäger" Carl Icahn haben ihren Streit fürs Erste beigelegt. Icahn, der rund fünf Prozent der Yahoo-Anteile hält, wollte auf der Hauptversammlung am 1. August den Verwaltungsrat stürzen und durch eigene Leute ersetzen. Icahn wollte dadurch erreichen, dass Yahoo doch noch an Microsoft verkauft wird. Nun gibt sich Icahn mit drei Sitzen in einem von zehn auf elf Personen erweiterten Verwaltungsrat zufrieden. Verwaltungsratschef Roy Bostock und CEO Jerry Yang bleiben ebenfalls dabei.

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Der Rückzieher von Icahn kommt kurz nachdem der Großaktionär Bill Miller (hält rund 6,7 Prozent) dem bisherigen Yahoo-Führungsteam den Rücken gestärkt hat. Icahn hatte angefangen, an der Yahoo-Führung vorbei mit Microsoft über mögliche Deals zu verhandeln. Dabei hat er sich offenbar den Unmut anderer Aktionäre zugezogen. Yahoo ging schließlich soweit, sogar auf der eigenen Homepage Stimmung gegen Icahn und seine Übernahmepläne zu machen. Unter dem Motto „Your Yahoo, your Vote“ forderten Bostock, Yang und Co die Aktionäre auf, gegen Icahn und seine Truppe zu stimmen.

Zuvor hatte Yahoo eine gemeinsame Offerte von Microsoft und Icahn abgelehnt, nur das Such-Geschäft zu kaufen. Angeblich hatte Microsoft Yahoo lediglich eine 24-Stunden-Frist eingeräumt, das Angebot anzunehmen. Dies wird von Microsoft-Seite mittlerweile allerdings bestritten. Unklar ist, ob Icahn selbst ein solches Ultimatum gestellt hat. Microsoft wiederum behauptet, dass Yahoo-Verwaltungsratchef Bostock nach der erneuten Absage des Deals gebeten habe, die Verhandlungen doch bitte wieder aufzunehmen. Was genau geschah, weiß offenbar keiner. Klar ist nur, dass der große Showdown am 1. August während der Yahoo-Hauptversammlung ausfällt. Icahn sah keine Chance mehr, die Macht bei dem Internetkonzern im Handstreich zu übernehmen.

Spannend wird nun, wie Yang und Bostock und die Icahn-Boys sich im neu gebildeten Verwaltungsrat zusammenraufen. Und welche Offerte von Microsoft als nächstes aus dem Hut zaubert. Der Kampf um Microhoo ist jedenfalls noch nicht vorüber.

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