Greve-Brüder: Neustart nach Combots-Flop

Combots ist der Web 2.0-Treppenwitz des Jahres 2007. Die Firma der Web.de-Gründer Michael und Matthias Greve trat an, mit seinem Multi-Messenger der Konkurrenz von MSN und ICQ Paroli zu bieten. Doch nach zwölf Monaten hatte man kaum Kunden und keinen Cent Umsatz. Nicht so schlimm, denn die AG verfügt trotz des Desasters über eine Kapitaldecke von 200 Mio. Euro. Also beschließen die Aktionäre nun eine Neuausrichtung. Dazu gönnte sie sich eine Dividende von 1,20 Euro pro Aktie.

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Die beeindruckenden Eigenkapital-Reserven verdankt das junge Unternehmen seinen Gründern und größten Anteilseignern Michael und Matthias Greve. Die Brüder verkauften 2005 ihre erstes Internet-Start-up Web.de 2005 für rund 330 Millionen Euro an United Internet. Die Bareinnahmen aus diesem Deal flossen dann komplett in die Neugründung Combots.

Nach der Pleite mit dem Multi-Messenger folgt nun die Neuausrichtung. Auf der Jahreshauptversammlung am gestrigen Dienstag beschlossen die Anteilseigener gleich ein Bündel von wichtigen strategischen Entscheidungen. So nennt sich die Firma von Combots in Kizoo um. Das Geschäftsmodell wechselt von der Entwicklung neuer Multimedia-Messeging-Dienste zu einer Venture Capital-Firma, die künftig in Beteiligungen an jungen Technologie-Start-ups investieren soll. Bis Ende 2009 will Kizoo dafür rund fünf Millionen ausgeben.

Allen Anteilseignern, die der Neuausrichtung der AG nicht folgen wollen, bietet das Unternehmen einen Rückkauf ihrer Papiere an. Dieses Angebot richtete sich vor allem an die rund 38000 Kleinaktionäre von Kizoo.

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