Gratis-Zeitung: Ringier stellt „Cash“ ein

Zuwenig Geld für „Cash“: Ringier stellt sein Gratis-Blatt „Cash“ ein. Die tägliche Wirtschaftszeitung wurde im Großraum Zürich verteilt. Lange galten die Pendler-Zeitungen in der Schweiz als Blaupause für erfolgreiche Gratis-Konzepte. Doch wie in anderen europäischen Ländern, erfasst die Anzeigenkrise nun auch den eidgenössischen Gratis-Markt. Das erfolgreiche Online-Portal lebt aber weiter. Trotzdem droht 23 Mitarbeitern die Entlassung.

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Das Ende kommt schnell. Die gedruckte „Cash“-Version wird bereits am nächsten Montag, den 23 März, eingestellt. Die Webausgabe produziert weiter, denn sie gilt Erfolgsgeschichte: “’Cash‘ hat einen enormen Erfolg im Lesermarkt. Allein im vergangenen Februar verzeichnete Cash.ch über 2.5 Millionen Visits bei 330’000 Unique Clients“, sagt der Ringier Schweiz-Chef Marc Walder in einem Interview mit dem Mediendienst Persoenlich.com. Der größte Cash-Wettbewerber – die „Handelszeitung“ – verzeichnete laut Walder verzeichnete im Februar fast zwanzigmal weniger Visits.

Das Besondere an der Einstellung der Gratis-Zeitung und der gleichzeitigen Konzentration auf die Online-Ausgabe ist, dass dieser Schritt von immer vom Ringier-Verlag geplant war. Nur nicht so früh. Erst in drei Jahren, 2012, sollte das Pendler-Magazin eingestampft werden. „Aufgrund der negativen Auswirkungen der Finanzkrise auf den Anzeigenmarkt hat der Verwaltungsrat dem Antrag des Managements zugestimmt, diesen Schritt nun vorzuziehen“, sagt nun Walder. Chefredakteur Rüdi Steiner soll an Bord bleiben.

Während das Verlags-Management die Zukunft der nun ausschließlich digitalen Wirtschaftsplattform rosig malt, protestiert der Schweizer Journalistenverband impressum. Medienlese.com zitiert eine Pressemitteilung: „Dass eine Wirtschafts- und Finanzplattform den Sprung in ein rein elektronisches Zeitalter wagt, kann angesichts des Bedürfnisses der globalisierten Märkte an raschen und weltweiten Wirtschafts- und Finanzinformationen Sinn machen. Dies darf aber nicht mit dem Abbau an journalistischen Arbeitsplätzen und damit an journalistischer Qualität einhergehen.”

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