Googles Antwort auf Second Life

Der Suchmaschinengigant Google ist immer wieder gut für Überraschungen. Jetzt fügt er seinem Web-Imperium auch noch eine virtuelle Welt hinzu. Googles Beta-Cyberstube mit niedlich designten Comic-Alter-Egos trägt den Namen Lively. Im Gegensatz zum Linden-Lab-Produkt Second Life ist es jedem Nutzer möglich, sich ganz private Räume einzurichten, Möbel herumzuschieben und dann Freunde zum Chat einzuladen. Der Clou daran: Diese Zimmer kann man überall hin exportieren!

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In Googles-3-D-Welt kann der User sein ganz eigenes Lively-Zimmer in die digitale Hosentasche stecken und mit zu Facebook oder seinem privaten Blog nehmen. Die Einbettung des Google-Ichs mitsamt Behausung in eigene Homepages, Blogs oder Web-Communities ist ganz simpel. Unter jedem Raum findet sich der entsprechende Code. Wie bei Google-Tochter Youtube kopiert man ihn und fügt ihn an beliebiger Stelle wieder ein.

Zur Nutzung der Technik ist eine Zusatzsoftware für den Browser erforderlich; bislang unterstützen nur Internet Explorer und Firefox das Plug-in. Daran merkt man: Das Portal ist wirklich in der Beta- und Test-Phase. Weder Mac- und Linux-Nutzer haben bislang einen Zugriff auf das Angebot. Auch können sich nur Nutzer, die das Betriebssystem Windows Vista  oder XP als Software nutzen, sich daran ausprobieren.

Doch langfristig kann sich aus Googles neu erschaffener virtueller Welt – vorausgesetzt, die Nutzer schließen Freundschaft – eine Goldgrube für den Web-Konzern aus Kalifornien entwickeln. Zwar sei es nicht geplant, Werbung in den Lively-Räumen zu platzieren, aber das glaubt man der an der Entwicklung von Lively beteiligten Google-Managerin Niniane Wang irgendwie gar nicht. Die herum tragbaren Räume der Nutzer drängen sich doch fast als Werbefläche auf. Und die Comic-Avatare mit den großen Kulleraugen sieht man im Geiste schon mit H&M-Klamotten herumzuspazieren.

Zu den Einrichtungsmöglichkeiten der Zimmer gehört unter anderem ein Fernseher, auf  dem YouTube-Filme abgespielt werden können. Das Blog Googlewatchblog mutmaßt, dass es nur noch eine Frage der Zeit sei, bis das ganze in „Google Earth“ integriert wird und man echte Häuser und Wohnungen betreten kann. Das klingt ein bisschen gruselig und schon extrem nach Web 3.0.

Lively mag also vieles sein, aber eines ist es garantiert nicht: eine echte Konkurrenz für Second Life mit seinen komplexen Welten. Aber daran ist Google vielleicht auch gar nicht interessiert. Michael Arrington von TechCrunch: „There’s no single world, for example, where users can move around. But it’s easy to see Google evolving this into a single online world.”

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