Google-Suche ohne Google-Inhalte

Provokant fragte die "New York Times": Ist Google eine Medienfirma? Dieser Artikel lieferte die Anregung für das Projekt "Google minus Google". Die Idee: Eine Suchmaschine, die alles findet, nur keine Google-Inhalte. Das Ergebnis sorgte für Wind in der Blogosphäre, denn letztlich hilft Google selbst, alles auszufiltern, was im firmeneigenen Besitz ist. Der Finne Timo Paloheimo verbannte mit der Funktion "Google Custom Search" über 2500 Domains und schuf so eine Google-freie Google-Suche.

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Im August hatte die „New York Times“ die These aufgestellt, dass der Suchgigant in zunehmendem Maße zum Anbieter eigener Medieninhalte wird. Mit Webseiten wie Knol, Blogger, Orkut oder YouTube besitzt Google mittlerweile ein Imperium an Web-Firmen. Alle finanzieren sich über Werbung. Wichtigste Größe sind daher Klickzahlen und diese kommen zu großen Teilen von Google selbst.

Auch wenn das Unternehmen verspricht, stets objektive Suchergebnisse zu liefern, ist Paloheimo skeptisch. In der Tat scheinen einige Suchanfragen Google-eigene Webseiten wie Knol oder Blogger überraschend hoch zu bewerten. Zudem wird das Firmenmotto „Don’t be evil“ immer häufiger in Frage gestellt: Die annähernde Monopolstellung bei Suchmaschinenanfragen und umstrittene Kooperationen mit totalitären Regimen wie dem in China beflügeln die Kritiker.

Und diese sind zahlreich. Paloheimo meldete am ersten Tag über 3000 Besucher auf seiner Website. Die Web-Szene steht auf Google-Gegner. Auch Such-Alternativen wie Cuil.com oder Ask.com kennen den Effekt. Die Hoffnung auf einen adäquaten Ersatz ist groß, und aussichtsreiche Kandidaten werden gerne etwas überhyped.

Das weiß auch Paloheimo. Er selbst betreibt mit Startupbin.com ein finnisches Start-up-Blog und kennt den Effekt. Aber man soll ihn nicht missverstehen. „Ich nutze Google täglich einige hundert Mal und liebe die Suchmaschine“, sagt der Blogger. Google als Medien-Unternehmen dagegen scheint ihm suspekt zu sein.

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