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G+J-Weboffensive mit Frauen-Power

Dieses Portal hat es nicht leicht: Als echter Internetpionier hat Brigitte.de zwar schon 1997 seine Leserinnen auf dem neuesten Stand in Sachen Mode, Beauty und Beziehung gehalten, doch der richtige Netz-Hype ging am Gruner + Jahr-Produkt vorbei. Bis jetzt. Denn seit Bernd Kundrun im vergangenen Jahr seine Stimme zum "Expand your Brand"-Aufruf erhob, prescht die Frauenzeitung im Netz nach vorn. Eine Bewegtbild-Offensive und mobile Services, wie etwa ein Diätplan fürs Handy, sollen junge Leserinnen binden.

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Das kommt nicht von ungefähr: Angetrieben vom Erfolg der Springer-Konkurrenz Gofeminin.de hat Brigitte.de seine Reichweite seit Anfang 2008 um knapp 10 Millionen Page Impressions erhöhen können. Im Juni 2008 hatte das Portal 40 Millionen PIs. 710.000 Leserinnen sind hier regelmäßig unterwegs.

Das Online-Angebot der in ihrem Segment führenden Frauenzeitschrift aus dem Hause Gruner + Jahr kann damit für sich in Anspruch nehmen, den erfolgreichsten Internetauftritt einer deutschen Frauenzeitschrift zu liefern. Die Themen sind ähnlich gelagert wie im vierzehntäglich gedruckten Heft: Mode, Gesundheit, Liebe, Job und Finanzen. Geschmückt wird das redaktionelle Angebot durch Videos, Download-Möglichkeiten (etwa Schnittmuster und andere Anleitungen) sowie eine Reihe von thematisch breit gestreuten und meist sehr ansehnlichen Blogs.

Zum ärgsten Konkurrenten der seit 1997 im Web vertretenen Traditionsmarke hat sich allerdings Springers Gofeminin entwickelt, das anfangs weit davongezog und sich mittlerweile bei knapp 50 Millionen PIs eingependelt hat (48 Millionen PIs im  2008).

Im Februar 2007 wurde Brigitte Huber, Vize-Chefin der Print-Redaktion, mit dem neu geschaffenen Posten einer „Chefredakteurin Neue Medien“ betraut. Die Personalie gilt als Konsequenz der „Expand your Brand“-Strategie des Gruner + Jahr-Vorstandsvorsitzenden Bernd Kundrun, mit der – unter anderem – die Markenmacht von erfolgreichen Print-Titeln des Verlags im Internet besser ausgespielt werden soll. Kundrun selbst gab die Schlagwörter des Web 2.0 vor: „Gruner + Jahr wandelt sich von einem Magazinverlag zu einem multimedialen Inhalteanbieter.“

Erster sichtbarer Versuch bei Brigitte.de war die Rubrik „No Problem“: Ein Eingabefeld, viele Antworten aus der Community. In Kooperation mit Lycos IQ können die User auf Brigitte.de jede erdenkliche Frage stellen, die meist in Minutenschnelle eine Antwort findet. Das auf der Homepage prominent platzierte Tool zeigt Fragen der Güteklasse „Wie bekämpfe ich Ohrwürmer?“ zum Mitverfolgen an.

Die weitere Strategie hat mit Handys zu tun. So ist der „Brigitte-Figur-Coach“ mittlerweile auch mobil zu erreichen. Gegen eine Gebühr wird den Kundinnen ein Diätplan auf den Leib geschneidert, Expertentipps inklusive. Möchten die Diäthaltenden auch unterwegs Kalorien-Informationen zum bevorstehenden Mittagessen oder Sport-Ratschläge nach einem üppigen Dessert, lassen sie sich per SMS instruieren. Den Anbieter dieses Services, XX-Well, hat G + J im Juli 2007 passenderweise übernommen.

Im Herbst 2007 gab Gruner + Jahr dann bekannt, die Online-Redaktion der „Brigitte“ um 17 Stellen aufzustocken; ein erneuter Versuch, Gofeminin den Rang abzulaufen. Julia Jäckel, Verlagsleiterin Brigitte bei G + J, sprach von „der größten Investition in der Geschichte der ‚Brigitte'“. Die Site soll insgesamt jünger und interaktiver werden, etwa mit einer Schritt-für-Schritt-Schminkschule in Videoform. Der Schwerpunkt soll verstärkt auf Beauty- und Fashion-Themen gelegt werden. Passend dazu hat Brigitte.de bereits im Sommer 2007 ein eigenes mobiles Portal gelauncht.

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