Freenet: Proteste gegen Entlassungen

Die Konflikte beim Telekommunikations-Dienstleister Freenet verschärfen sich. In der Kritik stehen Vorstandschef Eckhard Spoerr und Aufsichtsratschef Helmut Thoma. Ihnen haben die Betriebsratsgremien der von Freenet übernommenen Debitel-Gruppe in einem offenen Brief das Vertrauen entzogen. Hintergrund der Arbeitnehmer-Proteste ist der angekündigte Abbau von 1000 der 7700 Arbeitsplätzen.

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In dem Schreiben, das die Betriebsratsvorsitzenden der Standorte Stuttgart und Ettlingen unterzeichnet haben, wird kritisiert, dass Standortentscheidungen rein kostenbasiert getroffen würden und damit wichtiges Know-how vernichtet werde. Die Verlagerung der Informationstechnik in die Freenet-Zentrale ins schleswig-holsteinische Büdelsdorf sei äußerst riskant.

Freenet-Vorstandschef Spoerr hat derzeit mit einer ganzen Reihe von Problemen zu kämpfen: Der Versuch, die DSL-Sparte zu verkaufen, blieb bislang erfolglos. Der Aufsichtsrat von Freenet hat dem Vorstand für den Verkauf eine Frist bis Mai 2009 eingeräumt. Außerdem müssen sich Spoerr und Finanzvorstand Axel Krieger ab dem 9. Januar vor dem Landgericht Hamburg wegen des Verdachts des Insiderhandels verantworten. Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht hat Unregelmäßigkeiten im Handel mit Freenet-Anteilen vor Veröffentlichung der Halbjahreszahlen am 9. August 2004 festgestellt.

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