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Einigung mit G+J: Grosso-Streit beigelegt

Im Grosso-Streit zwischen den Zeitschriften-Verlagen und dem Bundesverband ist die Kuh vom Eis: Am Dienstagabend einigten sich die Unterhändler auf neue Konditionen. Gruner + Jahr und die WAZ unterzeichneten u.a. das verbesserte Angebot des Presse-Grosso für den Vertrieb ihrer Zeitschriften. Insider rechnen damit, dass mehrere kleinere Verlage nachziehen werden. Somit steht nur noch die Zustimmung von Bauer aus. Experten erwarten jedoch, dass auch Bauer die neuen Konditionen in Anspruch nimmt.

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Unter dem Strich haben sich die Verlage mit ihrer Forderung nach einer Besserstellung der hochpreisigen Premium-Titel im eher niedrigen Auflagenbereich durchgesetzt. Dies war der Streitpunkt, nachdem Verlage mit überwiegend vertriebsstarken wöchentlichen Titeln bereits Anfang März eine Einigung mit dem Presse-Grosso erzielt hatten: Burda, Springer, Klambt und Spiegel.

Der Presse-Großhandel optimiert nun auch das Preis-/ Leistungsverhältnis für den Vertrieb von Publikumszeitschriften und Special-Interest-Magazinen. Ab März 2009 gilt ein neuer Konditionen- und Leistungsrahmen mit deutlich niedrigeren Vertriebspreisen und zusätzlichen Leistungen im Vertriebsmarketing. Insgesamt ergibt sich ein Paket im „deutlich zweistelligen Millionen-Bereich“ pro Jahr.Die stärkere Gewichtung der Umsatzkomponente unterstützt gerade auch hochpreisige Magazine mit 14-täglicher oder monatlicher Erscheinungsweise. Dies hatte unter anderem G+J-Vertriebschef Olaf Conrad eingefordert. Conrad, der auch Geschäftsführer des DPV Deutscher Pressevertrieb ist, erklärte dazu: „Ich freue mich, über die mit dem Grossoverband erzielte Einigung. Der Grosso-Verband hat sein Angebot ergänzt. Mittel- und kleinauflagigere Titel mit hoher Umsatzbedeutung profitieren jetzt auch von der Kostenentlastung des Systems. Damit wurde ein tragfähigen Konsens erzielt, der die Breite des Pressevertriebsmarktes gerecht wird.“

Aber auch hochauflagige Wochenzeitschriften mit niedrigen bis mittleren Preisen profitieren von der neuen Rabattsystematik. Ein neues Element der „Marktpflege“ ist die Förderung von attraktiven Neutiteln sowie Zeitschriften und Sonderheften mit geringer Erscheinungsfrequenz.
Alles offen ist nur noch bei Bauer. Nachdem der Hamburger Verlag zwei norddeutsche Grossisten gekündigt hatte, ist unklar, ob und wann es zu einer Einigung kommt. Bislang gibt es noch keine Anzeichen einer Entspannung im Verhältnis zum Grosso-Verband.

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