Ebay enttäuscht mit schwachem Ausblick

Showdown an der Wall Street: Die Crème de la Crème von Corporate America erstattet ihren Aktionären in diesen Tagen bei der US-Quartalssaison Bericht. In den turbulenten Zeiten der Finanzmarktkrise achten Anleger dabei mehr denn je auf den Ausblick. Zum Auftakt musste Ebay gestern Nacht in New York fast erwartungsgemäß seine Prognosen zurücknehmen. Das weltgrößte Online-Auktionshaus warnte vor schwächeren Umsätzen und Gewinnen - die Aktie fällt weiter.

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3-2-1: Vorhang auf zur turnusmäßigen Berichtssaison an der Wall Street. Alle drei Monate geben sich die führenden Unternehmen Amerikas bei der Vorlage ihrer jüngsten Unternehmensdaten die Klinke in die Hand. Für Aktionäre ist dies stets die beste Möglichkeit, um zu überprüfen, wie die Geschäfte des Unternehmens laufen.

Entsprechend gespannt blickten Börsianer gestern nach Handelsschluss nach New York, wo Ebay als eines der ersten Dot.com-Unternehmen Farbe bekennen musste. Die Erwartungen waren bereits im Vorfeld gedämpft: Die Ebay-Aktie hatte seit Januar 54 Prozent an Wert verloren – allein 14 Prozent davon im gestrigen Handel, der der Verkündung der Quartalszahlen vorausgegangen war.

Gute Ergebnisse im letzten Quartal reichen nicht

Unterm Strich konnte das weltgrößte Online-Auktionshaus zunächst einmal jedoch überzeugen: Statt des erwarteten Gewinns von 41 Cents je Aktie verbuchte Ebay tatsächlich jedoch 46 Cent je Anteilsschein. Nach Sonderposten betrug der Gewinn immer noch 38 Cent oder 492 Millionen Dollar. Die Umsätze blieben mit 2,12 Milliarden Dollar indes leicht unter den Analystenschätzungen zurück, die noch von 2,13 Milliarden ausgegangen waren.

„Alles in allem sind wir zufrieden mit der Entwicklung unserer Geschäftsbereiche“, erklärte Ebay-CEO John Donahoe. „Wir haben in diesem Quartal einige Anstrengungen unternommen, unser Geschäft zu stärken und unsere Kostenstrukturen zu verbessern, um weiter wettbewerbsfähig zu bleiben und investieren zu können“, erklärte der Ebay-Chef in seinem begleitenden Statement zur Quartalsveröffentlichung.
 

Ein schwacher Ausblick zieht die Aktie nach unten

So weit, so gut. Für eine echte Enttäuschung sorgte Donahoe jedoch mit seiner Prognose zum laufenden Quartal. Statt eines erwarteten Gewinns von 47 Cent je Aktie bei Umsätzen von 2,44 Milliarden Dollar rechnet der weltweit führende Online-Auktionator nunmehr nur noch mit einem Profit von 39 bis 41 Cent je Anteilsschein bei Erlösen von 2,02 bis 2,17 Milliarden Dollar – viel zu wenig für die Wall Street.

Entsprechend kam die Ebay-Aktie im nachbörslichen Handel erneut unter den Hammer, nachdem sie zuvor bereits zu vermeintlichen Schnäppchenpreisen abverkauft worden war. Dem happigen Minus aus den vorangegangenen Handelsstunden folgten nachbörslich Abschläge von weiteren 5 Prozent. Bei 14,50 Dollar notiert die Ebay-Aktie nunmehr 60 Prozent unter dem Startniveau des Börsenjahres 2008 – und sogar 75 Prozent unter den Höchstkursen von 2004.

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