Die Finanzmarktkrise trifft auch Microsoft

Nichts Neues von der Wall Street: Wieder legte ein Technologieschwergewicht nach Handelsschluss seine Quartalszahlen vor – und wieder wurden die Jahresprognosen zurückgenommen. Dabei entwickelten sich die Geschäfte bei Microsoft im laufenden Quartal solide wie immer: Gewinne und Umsätze legten in den vergangenen drei Monaten zu – wenn auch nur einstellig. Die Analystenschätzungen wurden damit übertroffen, doch nun belastet der Ausblick.

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Showtime für Microsoft: Nach Handelsschluss an der Wall Street musste das noch immer höchst bewertete Technologieunternehmen der Welt neue Geschäftsdaten für das abgelaufene Quartal vorlegen. Und die konnten sich zunächst einmal sehen lassen. Im Dreimonatszeitraum Juli bis September fuhr Microsoft den stolzen Gewinn von exakt 4,37 Milliarden Dollar bei Umsätzen von 15,06 Milliarden Dollar ein. Das entsprach einer Steigerung von zwei Prozent bei den Erträgen bzw. neun Prozent bei den Erlösen gegenüber dem Vorjahreszeitraum.

Analysten hatten durchaus mit weniger gerechnet. So hatten die Konsensschätzungen noch bei 47 Cent je Aktie gelegen – Microsoft lieferte jedoch einen Cent mehr. Bei den Umsätzen hatte der Softwareriese die Prognosen noch deutlicher hinter sich gelassen: Hier waren die von Thomson Reuters befragten Analysten noch von 14,8 Milliarden Dollar ausgegangen.

Aktionäre reagieren gelassen auf die nach unten angepasste Prognose

So weit, so erfreulich. Doch als es an den Ausblick auf die laufende Geschäftslage ging, enttäuschte auch Microsoft die Wall Street. Der Redmonder Softwarekonzern nahm die eigenen Gewinnprognosen für das Geschäftsjahr 2008/09 zurück. Statt mit 2,12 bis 2,18 Dollar rechnet das Dow Jones-Mitglied nunmehr nur noch mit einem Gewinn je Aktie in Höhe von 2,10 bis 2,00 Dollar. Auch die Umsätze wurden nach unten revidiert: Nach Erlösen von 68,1 bis 67,3 Milliarden Dollar rechnet Microsoft inzwischen mit 64,9 bis 66,4 Milliarden Dollar.

Aktionäre hatten mit Einschnitten in dieser Größenordnung wohl bereits gerechnet, denn die Reaktion im nachbörslichen Handel fiel gemäßigt aus. Die Microsoft-Aktie, die noch im Handelsverlauf um fast vier Prozent zugelegt hatte, gab ein Prozent der Gewinne wieder ab und notiert nun bei rund 22 Dollar.

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