Banner-Werbung: MySpace schlägt Yahoo

Breaking News für die Internet-Medienbranche: Das Social Network MySpace hat in den USA Yahoo als Nummer eins bei der Bannerwerbung überholt. Nach neuesten Zahlen des Marktforschungsunternehmens ComScore verzeichnete die Site im Juni 56,8 Millarden Anzeigen, Yahoo kam auf 53,1 Milliarden. Damit markiert Fox Interactive Media, die Online-Sparte von Rupert Murdochs News Corp., eine historische Bestmarke. Analysten sehen die Social Networks als Werbeplattformen im Aufwind, Yahoo weiter in der Krise.

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Noch im Mai 2008 hatte Yahoo unangefochten an der Spitze der US-Webangebote gelegen. Mit Banner-Anteil von 15,9 % des Gesamtmarktes lag die Suchmaschine klar vor Fox Interactive Media (FIM), deren Werbeerlöse fast ausschließlich durch MySpace generiert werden. Nach den jüngsten Werten kommt FIM auf 15,2 %, Yahoo nur noch auf 14,2 %. Das US-Wirtschaftsmagazin „SmartMoney“ zitiert einen Analysten, der in der neuen Entwicklung vor allem für Yahoo Probleme sieht: „Gemessen daran, wie sich Yahoo die Entwicklung wünscht, ist dies ein Schritt in die falsche Richtung.“

Allerdings seien die Erlöse aus der Werbung bei Yahoo immer noch fünf Mal so hoch wie bei MySpace, da die Kunden nach wie vor davon ausgingen, dass Nutzer von Social Networks eher Kontakte zu Freunden knüpften statt gezielt nach Produkten zu suchen.

Damit hat MySpace einen wichtigen Erfolg verbucht. Lange Zeit war den Social Networks nicht zugetraut worden, dass dort die prognostizierten Werbeumsätze trotz extrem hoher Nutzerzahlen tatsächlich zu erzielen seien. Selbst Google, das im Bereich der Anzeigen mit MySpace kooperiert, hatte kürzlich verlautbart, dass die Anzeigen-Generierung bei Social Networks schwieriger sei als erwartet.

Die letzten Zahlen, die FIM veröffentlichte, spiegeln diese Entwicklung. Im zweiten Quartal des Jahres stieg der Gewinn um 23 % gegenüber dem Vorjahresquartal, auf insgesamt 225 Millionen US-Dollar. Nach Angaben des Unternehmens ist die Nachfrage nach Display-Ads weiterhin hoch, wobei sich immer mehr Kunden für das von MySpace angebotene „Hyper-Targeting“ entschieden. Durch diese Technologie werden die Anzeigen-Einblendungen für die jeweiligen Bedürfnisse der Nutzer gefiltert.

Bei ComScore wird der Wechsel an der Spitze der Werbe-Plattformen vor allem mit hohen Zahl der Page-Impressions begründet. FIM erzielte im Juli 41,4 Milliarden PIs, die Yahoo-Domains kamen „nur“ auf 31,6 Milliarden. Auch bei den Klicks per Visit liegt MySpace vorn.

Damit gerät Yahoo weiter unter Druck. Die Unternehmensstrategie, die General-Plattform für Werbungstreibende zu bieten, auf der Content-Ads, Banner- und Videowerbung kostengünstig kombiniert werden können, scheint immer weniger aufzugehen. Die neuesten Zahlen wurden von Yahoo nicht kommentiert.

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