89 Prozent gegen Bundesliga-Soli

Klares Votum gegen Uli Hoeneß' Bundesliga-Gebühr: Laut Emnid-Umfrage sprechen sich 89 Prozent der Deutschen gegen einen GEZ-Aufschlag für die Fußball-Bundesliga aus. Unterdessen ruderte der Bayern-Manager in der BR-Sendung "Blickpunkt Sport" zurück. Dort erklärte der 57-Jährige, dass er sich dieses Modell vorstellen könne, falls es mit der privaten Bezahlmentalität für den Fußball beim Abonnentensender eben doch nicht klappe. Das klang vor drei Tagen im "WiWo"-Interview noch ganz anders.

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Hoeneß zeigte sich skeptisch, dass es deutschen Pay-TV-Modellen jemals gelingen könnte, ein lukratives Geschäft zu werden. „Leo Kirch hat es probiert und ist vom Bundeskartellamt zurückgepfiffen worden. Jetzt versucht es Rupert Murdoch mit Premiere“, sagte der Bayern-Manager. „Am besten wäre es allerdings, wenn die öffentlich-rechtlichen Sender alle Fußballrechte kaufen und dem Bürger Fußball quasi gratis nach Hause senden würde.“ In „Blickpunkt Sport“ schaltete das Bayern-Urgestein von Angriff auf Verteidigung. Nun habe er „große Hoffnung, dass Premiere ein lebensfähiges Konzept entwickelt und dass Pay-TV funktioniert“.

Mit seinem Vorschlag musste Hoeneß bereits zahlreiche Beschwerden aus Medien und Politik über sich ergehen lassen. Jetzt quittiert auch der Otto Normalverbraucher den Vorstoß des Fußball-Managers mit Ablehnung. Die von N-TV in Auftrag gegebene Studie ergab, dass unter den über 50-Jährigen sogar 91 Prozent gegen den Gebühren-Aufschlag sind. Zuvor waren empörte Stimmen etwa aus der Politik laut geworden. Laut „FAZ“-Bericht bezeichnete der Vorsitzende des Sportausschusses im Deutschen Bundestag, Peter Danckert (SPD), den Vorschlag als „so irrwitzig, wie es nur irgendwie geht“.

Am vergangenen Montag erklärte Hoeneß im Interview mit der „Wirtschaftswoche“, dass die Bundesliga unbedingt mehr Geld brauche, um im internationalen Wettbewerb dauerhaft konkurrenzfähig zu bleiben. Der Bayern-Manager argumentierte, dass die Top-Clubs aus England, Spanien und Italien mit einem Erlös von 80 bis 130 Millionen Euro aus der TV-Vermarktung ihrer nationalen Ligen „fast drei- bis gut viermal so viel“ einnehmen würden.

Den Vorschlag mit dem Fußball-Aufschlag auf die GEZ-Gebühr habe Hoeneß nicht als „Zwangsabgabe“ gemeint, sondern als „eine freiwillige Geschichte“. Er gehe davon aus, dass sich 20 bis 25 Millionen deutsche Fernsehhaushalte beteiligen würden. Für dieses Modell würden wir „in der ganzen Welt beneidet“ werden, erklärte er beim Bayerischen Rundfunk.

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