10 Jahre Google: die Meilensteine

Ein Unternehmen verändert die Welt im Sturm: Google ist ohne jede Frage die ganz große Erfolgsstory dieses Jahrzehnts. Gründe zur Freude hatten Benutzer, Mitarbeiter und Aktionäre immer wieder. Nun kommt ein formeller Anlass hinzu: Die Suchmaschine feiert am 7. September den zehnten Geburtstag. MEEDIA erinnert an die Meilensteine: Von der ersten Site über inzwischen so unverzichtbare Anwendungen wie Google Mail und Google Maps bis zu dem neuen Internet-Browser Chrome.

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1998: Ein kleiner Anfang mit großen Zahlen

Man kann es sich kaum noch vorstellen. Doch die Frühphase des WWW musste fünf lange Jahre ohne jene Seite auskommen, die später für eine Generation von Usern zum Synonym für das Internet werden sollte – Google. Erst am 7. September 1998 erblickte die Testversion von www.google.com das Licht der Webwelt. Die Namensgebung der beiden Informatiker Sergey Brin und Larry Page geht dabei auf die Zahl Googol zurück – einer 1 mit 100 Nullen: 10100.

1999: Die Google Guys starten ins Geschäftsleben

Gründerjahre für Google: Mit so idealistischen Grundsätzen wie „Don’t be evil“ brechen Sergey Brin und Larry Page von der Universität Michigan mit ihrem Unternehmen Google, Inc. in die Geschäftswelt auf. Das erste Büro in der University Avenue in Palo Alto, die ersten Angestellten und die Finanzierungsrunde folgen. Im Juni investieren die Venture Capital-Firmen Kleiner Perkins Caufield & Byers und Sequoia Capital 25 Millionen Dollar in das aufstrebende Startup. Ein Umzug nach Mountain View, Kalifornien folgt später im Jahr. Bis heute befinden sich hier die Google-Headquarters.  

2000: Aufbruchsstimmung statt Dot.com-Blues

Was für ein Unterschied ein Jahr machen kann: Während an der Technologiebörse Nasdaq im März die Internetblase platzt und die Kurse in den Sturzflug übergehen, startet Google richtig durch. Die Internetsuchmaschine etabliert sich: Im Juni wird eine Partnerschaft mit Yahoo verkündet – Kooperationen mit NetEase in China und mit NECs Portal BigGlobe in Japan folgen. Google startet mit 10 Sprachen im Ausland. Die mobile Version der Internetsuchmaschine folgt. Mit AdWords führt Google zudem erstmals eine schlagwortbasierte  Werbung ein. Die ersten 100 Millionen Suchanfragen pro Tag werden gezählt.
  
2001: Mitten in der Dot.com-Krise – Google schreibt schwarze Zahlen

Nur ein Jahr nach der Einführung von Anzeigen kann Google im vierten Quartal etwas verkünden, was für viele Internet-Unternehmen ein Wunschtraum bleibt: Profitabilität. Dass Google nach viel höheren Zielen strebt, wird im Jahresverlauf klar: Das Startup beginnt, sich wie ein Konzern zu strukturieren und führt einen Vorstandsposten ein, der an den früheren Novell-CEO Dr. Eric Schmidt geht. Gleichzeitig beginnt die Internationalisierung des Unternehmens mit den ersten Auslands-Dependancen in Hamburg und Tokio. Zudem führt Google die Bilder- und die Kategoriensuche  ein.

2002: Die Innovationen gehen weiter – Google News, Google Labs und Froogle

Der Innovationszyklus dreht sich im Googleplex, wie der Firmensitz in Mountain View inzwischen heißt, unterdessen ungebremst weiter. Mit Google Labs startet eine Sammlung von Dienstleistungen. Google News wiederum ist ein viel beachtetes Nachrichten-Portal, in dem  die neusten Artikel aus mehr als 4500 Medien zu finden sind. Mit Froogle schließlich launcht Google ein Angebot zum Produktvergleich.

2003: Ideale Ergänzug zu AdWords – AdSense kommt

Es tut sich etwas im Internet: Immer mehr User beginnen, eine neue Kommunikationsform zu entdecken – das Blog. Google hat den Trend schnell erkannt und sichert sich den boomenden Blog-Anbieter Blogger (Pyra Labs). Deutlich wichtiger fürs Kerngeschäft ist jedoch die Weiterentwicklung der Anzeigen-Technologie: Mit AdSense führt Google nämlich nun ein Tool, das es ermöglicht, Werbeanzeigen auch auf der eigenen Webseite einzubauen. Die Auswahl der Anzeigen erfolgt kontextuell: Auf einer Website mit Wirtschaftsinhalten fließen z.B. Anzeigen über die Börse ein.

2004: Sechs Jahre nach der Gründung – Börsengang wird zum Triumphzug

Auch ein Jahr später führt Google unermüdlich neue Applikationen in die Internetwelt ein: So etwa den lang ersehnten Freemail-Dienst Gmail oder die Bildbearbeitungssoftware Picasa, dessen Mutterkonzern Ideallab Google übernahm. Das alles beherrschende Thema ist 2004 jedoch der lang avisierte Börsengang an der Technologiebörse Nasdaq im August. Obwohl im Vorfeld viel Kritik über die Zeichnungsmodalitäten laut wurde, war die Nachfrage nach den Papieren immens. Zu 85 Dollar ausgegeben, zog die Google-Aktie zum Börsendebüt schnell auf 100 Dollar an.

2005: Google-Mania – Börsenbewertung von 100 Milliarden Dollar geknackt

Kaum an der Börse gelistet, dreht Google erst richtig auf. Sergey Brin und Larry Page bauen ihr Unternehmen immer mehr zum regelrechten Web-Universum um: Schlag auf Schlag debütieren die Services Google Video, Google Maps, Google Earth, Google Talks und Google BookSearch. Googles enormer Erfolg erreicht immer beeindruckendere Ausmaße: Befeuert vom boomenden Anzeigengeschäft  verdreifacht sich der Aktienkurs binnen eines Jahres und klettert gegen 2005 schließlich über die Marke von 400 Dollar. Google ist plötzlich mehr als 100 Milliarden Dollar wert und damit mit Abstand das wertvollste Internetunternehmen der Welt.   

2006: 1,6 Milliarden Dollar für YouTube – größte Übernahmen der Firmengeschichte

Google wächst und wächst und wächst. Doch im Zeitalter des Web 2.0 gibt es auch plötzlich boomende Angebote, die in ihrer Nische etwas besser können als der Internet-Champion. So ein Angebot ist die Video-Community YouTube, die 2006 zum regelrechten Hype wird. Google greift mit seiner ersten milliardenschweren Übernahme zu. Der Zuschlag für den Web 2.0-Liebling kostet 1,6 Milliarden Dollar. Unterdessen starten weitere eigene Angebote wie das Finanzportal Google Finance.

2007: Googles gigantische Gewinne – 5 Milliarden in einem Jahr

Einmal auf den Geschmack einer größeren Akquisition gekommen, legt Google ein halbes Jahr nach YouTube nach. Übernahmeziel ist diesmal der Online-Pionier Doublecklick, der für 3,1 Milliarden an den Internet-Giganten aus Mountain View geht. Unterdessen arbeitet Google mit Hochdruck daran, seine bestehenden Services weiter zu optimieren. Gmail wird für alle User geöffnet, Google Maps und Earth in neuen Versionen deutlich verbessert und die personalisierbare Startseite iGoogle eingeführt. An der Börse bleibt die Internetsuchmaschine eine enorme Erfolgsstory: Google verdient pro Quartal mindestens 1 Milliarde Dollar – im Geschäftsjahr 2007 sind es insgesamt gar 5 Milliarden Dollar. Die Aktie markiert gegen Jahresende ein neues Allzeithoch bei 750 Dollar. 

2008: Google entdeckt neue Spielfelder – Angriffe mit Android und Chrome

Der Wind an den Kapitalmärkten und in der Wirtschaft dreht: Die US-Konjunktur steht kurz vor der Rezession. Davon könnten auch die Werbebuchungen der Internetsuchmaschine betroffen sein, glauben Skeptiker und drücken das Papier zum 10-jährigen Geburtstag bis unter die 500-Dollarmarke. In der Bilanz ist davon indes wenig zu sehen: Googles Gewinne wachsen weiter von der konjunkturellen Schieflage unbeeindruckt weiter um 30 Prozent. Unterdessen überrascht Google mit immer neuen Produkt-Offensiven: Noch in diesem Jahr werden die ersten Handys erwartet, die auf Googles neuem mobilen Betriebssystem Android basieren sollen. Erst vor wenigen Tagen überrascht die Internetsuchmaschine zudem mit dem Debüt eines eigenen Web-Browsers: Mit Chrome sucht Google einmal mehr den direkten Infight mit  Microsoft.

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