Jenseits von Youtube: Web-TV mit Anspruch

Web-TV ist der Trend im Online-Business. Und wann wieder doch nicht. Für die großen Verlage heißt Web-TV leider oft: Agenturmaterial und Podcasts. Ansosten darf es nach Belieben wackeln und flimmern. Hauptsache, auf der Seite finden sich Videos. MEEDIA hat sich jenseits der Nachrichtenportale umgesehen und stellt in einer kleinen Reihe die besten Video-Formate im Netz vor. Heute mit dabei: Das Interview-Magazin Folge-Mag, Oh-TV und die Multimedia-Plattform Mediastorm.

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Bewegtbild auf deutschen Nachrichtenseiten sieht so aus: Klein, dumpfer Ton und meist fremdproduziert. Was Verlage an Honoraren für Edelfedern ausgeben, das sparen sie in ihren Videoressorts. Auf Presseterminen werden die VJs oft von ihren Fernsehkollegen ob der Größe der Kameras mit dem Satz „Für`s Internet reicht`s ja“ belächelt. Was den meisten Verlagshäusern fehlt, sind jedoch nicht große Kameras, sondern Ideen jenseits von Videopodcasts.

Folge-Mag: Unerreicht im deutschen Netz

Eine brilliante und doch einfache Idee ist die von Folge-Mag.com. Die Macher der Seite nennen das Format kurz „Ein Interview-Magazin über zeitgenössische Köpfe“. Und genau das ist es. Zu sehen gibt es Interviews mit Tatort-Kommissars Axel Prahl oder Radiolegende Klaus Fiehe. Die Interviews sind in der Machart hochwertig und einzigartig. Videoblogger Roman Mischel formuliert es so: „Die Videos sind auf ihre eigene Art und Weise Hochglanz und dabei trotzdem intim.”

„Platz für etwas, das nicht ins TV passt. Ein erstklassig produziertes Interview-Magazin, das im Web seinesgleichen sucht”, so Fiete Stegers von Onlinejournalismus.de. Abgesehen von der hervorragenden Qualität der Bilder stimmt auch die journalistische Komponente. Die Macher rücken ihren Interviewpartner oft näher als ihre Kollegen in Funk und Fernsehen. Da stört es nicht, dass die Gespräche oft länger als zehn Minuten dauern. Fazit: Das beste Online-Interviewmagazin im deutschen Netz.

Mediastorm: Erschreckend eindrücklich

Viel gelobt, aber immer noch vielen unbekannt. Mediastorm ist eine Multimedia-Webseite, deren Macher sich voll und ganz der erzählenden Fotografie verschrieben haben. Jeder, der sich mit Multimedia, Fotografie und der Präsentation von Fotos beschäftigt, kann diese Seite empfohlen werden. Viele Aufnahmen sind preisgekrönt. Die so genannten Slideshows sind mit O-Tönen der gezeigten Personen und Filmmaterial unterlegt.

Dafür wurde das Team 2007 und 2008 mit zwei Emmys und drei Webby Awards bedacht. Präsident Brian Storm und sein Team verbinden mit ihren Werke auf perfekte Weise den Moment der Fotografie mit der Eindrücklichkeit gesprochener Sprache und der Unwiderlegbarkeit bewegter Bilder. Gesponsort wird Mediastorm von Washingtonpost.com.

Oh-TV: Wir lieben Filme

Das Video-Angebot aus Hamburg beschreibt sich in seinem Impressum folgendermaßen: „Die Videoplattformen im Netz zeigen Millionen Videos und doch findet man zunächst nichts – und dann nur Müll. Und im TV gibt es sie schon lange nicht mehr. Aber man findet sie noch in kleinen Galerien, auf Kurzfilmfestivals, der hintersten Ecke des Webs, in Museen oder auf den Werkschauen der Studenten. Diese Filme suchen und sammeln wir.“

Gesagt, getan. Das Angebot gliedert sich in die Rubriken Videokunst, Kurzfilm, Musikvideo, Animation, Interview und Dokumentation. So findet sich Ex-„Titanic“-Chefredakteur Martin Sonneborn mit einem Interview eines Berliner Politikers darunter. Genauso sehenswert: Der Kurzfilm „Rapture“.

Wer neben diesem Artikel Orientierung im Web-TV-Dschungel sucht, sollte einen Blick auf Guxa.de werfen. Neben den Fernsehsendern liefert der Internetdienst einen kleinen Programmführer für Web-TV-Angebote. Nach einer Kurzinfo gelangt man per Mausklick gleich zum passenden Video. Die Angabe der Sendezeit entfällt natürlich. Der kleine Vorteil von Web-TV.

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